Erfahrungsberichte

Erfahrungsbericht (anonym): "Diesem ganzheitlichen Ansatz in seiner einfühlsamen Breite habe ich es zu verdanken, dass sich mein Leben heute aus einer neuen Mitte herausschöpft."

Kaum lässt sich vorstellen, dass sich mitten im turbulenten, aufgeregten Berlin ein heilsamer Ort findet, für all die, die der inneren und äußeren Hektik nicht mehr standhalten können und seelisch erkranken. Doch es gibt ihn, den Ort, im Zentrum Berlins, am Gendarmenmarkt. Oft bin ich an ihm vorbeigelaufen, ohne zu wissen, dass sich hinter bestimmten Häuserfassaden die Fliedner Klinik Berlin mit ihrem ganzheitlichen Lebenskonzept verbirgt; für Depressive, Schlafgestörte, Manisch-Depressive, Borderliner oder Suchtkranke.

Sie ist eine Tagesklinik und gibt als solche dem Erhalt des Alltagslebens eine Chance. Spätnachmittags geht es in die Familien zurück bzw. in die gewohnte Struktur, in das Übungsfeld für Erlerntes. Also kein Aussondern von, Gestörten oder Gestörtem', sondern von Anfang an bedacht auf integratives Leben, nur mit veränderten Vorzeichen. Das breitgefächerte, medikamentös unterstützte Gesundungsangebot zielt ab auf eine wertorientierte Haltung dem Leben gegenüber. In Gruppen~ und Einzelsitzungen, in bewegungsorientierten, körperbewussten Programmen, in kunst- und auch musiktherapeutischen Tätigkeiten, in Konzentrationsübungsstunden werden Wahrnehmung und Achtsamkeit geschult. Einmal in der Woche liegt eine sogenannte Außenaktiviät an, die Museen und ä. in Augenschein nimmt und von den Patienten organisiert wird. Sie steht für neuen Mut in der Öffentlichkeit und soziale Integration. Auch die gemeinsamen mittäglichen Restaurantbesuche tragen in guter Weise dazu bei. Sogar ein Sozialdienst ist vor Ort. Er berät individuell in sozialen Notlagen und bietet persönliche Hilfestellung an, so dass die Alltagssorgen nicht den Blick auf Wesentliches verstellen.

Der Morgen in der Fliedner Klinik Berlin beginnt mit dem Austausch gelebter Werte, die tagsüber in Gruppen oder einzeln ein erweitertes Bewusstsein erhalten. Jeder hat hier eine Chance sich seiner eigenen Lebensziele und seines Wertes bewusst zu werden und sich ihnen bereits vom ersten Moment an zu widmen. Ein hoch quali?ziertes, sehr zugewandtes Fachpersonal stützt dabei die Prozesse. Mit einem abschließenden Gedicht, möchte ich Dr. Adli und seinem Team, vor allem Frau Dr. Blöink, für meinen Erkenntnis- und Heilungsweg hin zu einem, Neubeginn mit anderen Vorzeichen' danken. Entscheidend gestützt hat mich darin die Imagination, d.h. der unmittelbare Kontakt zu meiner Gefühlswelt über innere Bilder. Die kunsttherapeutische Arbeit war für meinen Prozess ein starker stabilisierender Faktor. Die vermittelte sowohl zahnärztliche als auch orthopädische Behandlung förderten wesentlich meinen körperlichen Heilungsprozess. Diesem ganzheitlichen Ansatz in seiner einfühlsamen Breite habe ich es zu verdanken, dass sich mein Leben heute aus einer neuen Mitte herausschöpft.

Es werde Licht. Oder: Im Lichte der Achtsamkeit.

Ändere die Welt, sie braucht es!
wusste Brecht für mich,
doch Brecht war Brecht,
und ich bin ich.

Nichtsahnend
wollte ich mich überspringen -
doch das Scheitern an den Dingen
stand mahnend
mir direkt zu meiner rechten,
übergab mich unerkannten Mächten.

Und spannte mich auf ihren Bogen
und gab den Pfeil mir in die Hand;
die Mächte waren mir gewogen,
doch ihre Güte habe ich verkannt.

Bitter war's um meine Seele;
sie tauchte ab ins Nichts
aus Meer und Erde,
auf dass ich neu geboren werde.

Ich nahm's ihr übel, wehrte mich
und kämpfte;
an allen Fronten glänzte
metallen Wort als Hieb und Stich.

Sehnsucht macht das Eisen stumpf,
schreit die Seele wissend auf.
Sie beugt mir helfend meinen Rumpf,
überlässt dem Schicksal seinen Lauf.

Als schutzlos Kind ?nd ich mich wieder,
den Weltenkräften jählings ausgesetzt.
Da führt Amor meinen Pfeil,
der erste Schuss zielt auf mein Heil.

Still jauchzt in mir der kleine Amor,
er, der Lenker des Geschehens.
Sein Geist ruft Schöpferkraft hervor,
entzündet Lichter neuen Lebens.

Als Genius, auf einem Panther sitzend,
überschaut er den Gendarmenmarkt
und empfängt mit seiner Leier, im Blick
auf die Fliedner Klinik, alle diejenigen in
der neuen Gegenwart, die dort seine
Melodie vernommen haben.

(Skulptur von Christian Friedrich Tieck, Gendarmenmart)

(Anonym, Januar 2017)

Erfahrungsbericht (anonym): "Wer [...] bisher ohne solche Hilfe ausgekommen ist, möchte [...] möglichst von Anfang an und durchgängig das Gefühl haben, in guten Händen zu sein. Diese Erfahrung habe ich in der Fliedner Klinik Berlin gemacht."

Mir ist es nicht leicht gefallen, den Gedanken zuzulassen, dass ich in eine Krise geraten sein könnte, aus der ich ohne psychiatrische/ psychotherapeutische Hilfe schwer oder gar nicht wieder herausfinde. Für den in dieser Situation erhaltenen Hinweis auf die Fliedner Klinik Berlin bin ich noch heute sehr dankbar.

Wer wie ich in seinen 48 Lebensjahren bisher ohne solche Hilfe ausgekommen ist, möchte, wenn er den Schritt tut, die Hilfe nachzusuchen, möglichst von Anfang an und durchgängig das Gefühl haben, in guten Händen zu sein. Diese Erfahrung habe ich bei der Fliedner Klinik Berlin gemacht: bei meinem ersten Kontakt mit einer Psychiaterin der Ambulanz sowie bei der anschließenden mehrwöchigen Behandlung und sehr umfassenden Betreuung auf der Station 2 der Tagesklinik. Dank des dortigen Behandlungskonzepts und der dort tätigen Therapeutinnen und Therapeuten stellte ich schon recht bald eine positive Entwicklung heraus aus der Krise fest. Gleichzeitig habe ich gelernt, was mich in die Krise hineingebracht hat und was zu tun ist, um aus der überwundenen Krise gestärt und mit der notwendigen erhöhten Flexibilität ins weitere Leben zu gehen.

(Anonym, Dezember 2016)  

Erfahrungsbericht von Dr. C.F.: "Die Atmosphäre in der Tagesklinik ist geprägt durch eine außerordentliche Empathie und Aufmerksamkeit wie große Professionalität."

Wegen einer schweren depressiven Episode befand ich mich über 13 Wochen lang in teilstationärer Behandlung in der Tagesklinik der Fliedner Klinik Berlin. Die dortige Behandlung erfolgt verhaltenstherapeutisch nach der ACT (Akzeptanz- und Commitment-Therapie)-Methode.

Im Rahmen der Therapie finden wöchentliche Einzelgespräche (ärztlich und durch psychologische Psychotherapeuten), Gruppentherapiesitzungen mit psychologischen Psychotherapeuten sowie "nonverbale" Therapien wie Kunst-, Musik, Bewegungs-, Entspannungs- und Lichttherapien (im Winter) sowie Yoga statt. Darüber hinaus spielen die Teilnahme an einer Achtsamkeitsgruppe und Psycho-Edukationen eine wichtige therapeutische Rolle.

Hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit aller an den Therapien beteiligter, die sich mehrfach am Tag zum Zweck einer optimalen therapeutischen Betreuung der ihnen anvertrauten Patienten austauschen. Die Atmosphäre in der Tagesklinik ist geprägt durch eine außerordentliche Empathie und Aufmerksamkeit wie größte Professionalität.

Ich denke mit großer Dankbarkeit an diesen Aufenthalt zurück, in dem ich eine sehr gute Remission meiner Symptomatik erreichen konnte und kann eine dortige Therapie ohne geringste Einschränkung empfehlen, besonders bei vorliegen einer depressiven Episode.

(Dr. C. F.,  16. November 2016)

Erfahrungsbericht von Monika: "Mein Aufenthalt in der Fliedner Klinik Berlin ist das Beste, was mir in meiner Situation passieren konnte."

Dem gesamten Team auf meiner Station gehören 10 Personen an. Von der Praktikantin bis zur Stationsärztin erlebte ich jedes einzelne Teammitglied als äußerst zugewandt, fürsorglich, besonders einfühlsam, engagiert, geduldig, immer wertschätzend und authentisch gegenüber jedem einzelnen Patienten. Miteinander sind sie alle sehr gut vernetzt, was uns zu jeder Zeit zugute kam. Alle Patienten und gerade auch die Patienten, die schon zuvor in anderen Kliniken waren, fühlten sich in der Fliedner Klinik ausnahmslos bestens aufgehoben, umsorgt und geschützt. Obwohl die Fluktuation unter den Patienten recht hoch ist, da fast jeden Freitag ein Patient entlassen werden kann und dann üblicherweise montags ein neuer nachrückt, habe ich mich in den 10 Wochen meines Aufenthalts in der Patientengruppe immer ausgesprochen wohlgefühlt. Wir waren wie eine große Familie, teilten unsere Ängste und Sorgen trösteten uns gegenseitig bei Rückschlägen und waren füreinander da.

Therapiert wird nach der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), von der ich zuvor noch nie gehört hatte, die ich aber jetzt als äußerst hilfreich erlebe. Das Programm, das uns angeboten wird, ist vielfältig und umfasst Entspannungsübungen verschiedener Art, Bewegungs-, Musik- und Kunsttherapien, eine Kulturgruppe, eine Achtsamkeitsgruppe (mindfulness), Yoga und Konzentrationstraining. Natürlich gibt es auch Einzelgespräche bei den verschiedenen Therapeuten und die Psychotherapiegruppe, die von Frau Dr. Bührsch sehr sensibel durchgeführt wird und auch für den Zusammenhalt der Gruppe und das gegenseitige Verständnis wichtig ist.

Die Stationsärztin Frau Dr. Nickchen informiert uns einmal in der Woche sehr kompetent in der Psychoedukationsgruppe über psychische Erkrankungen und erweitert unser Wissen darüber. Auch das ist unbedingt wichtig für die Gesundung. Ich fand sämtliche Veranstaltung höchst interessant und in den Wochen, die ich in dieser Klinik verbringen durfte, habe ich sehr viel über und für mich gelernt. Nicht zu Letzt möchte ich auch den Therapiehund Chocoa erwähnen, der viele Patienten animierte, mal wieder fröhlich zu lachen, wenn sie mit ihm spielten.

Nun muss ich die Klinik leider verlassen und tue das mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Der Abschied ist schwer, ob  der enormen Herzlichkeit, die man dort sowohl von Seiten des gesamten Teams als auch von der Patientengruppe erfährt. Doch gehe ich mit einem lachenden Auge in eine bessere und lebenswertere Zukunft und werde immer wissen, dass die Zeit in dieser Klinik zu der wertvollsten gehört, die ich bisher erlebt habe.

Ich bedanke mich bei allen Mitgliedern des Teams von ganzem Herzen und vor allem auch bei meiner besonders empathischen und geduldigen Psychologin Frau Kalus.

Ich glaube, dass jeder/jede, der/die diese Klinik für sich findet, froh sein kann.

(Monika M., 17. November 2016)

Erfahrungsbericht von Ulrich Kaiser: "Besonders hervorheben möchte ich die gute Zusammenarbeit des Teams."

Ich durfte erleben, wie eng die einzelnen therapeutischen Mitarbeiter*innen vernetzt waren und miteinander kommuniziert haben. So konnten alle Ansätze gut zusammengeführt werden und mir als Patienten gespiegelt werden. Dies hatte große Auswirkungen auf den positiven Verlauf meiner Genesung.

(Ulrich Kaiser, Erzbistum Berlin, Referent für Kommunikation und Vernetzung, 12. August 2016)

 

Erfahrungsbericht von Martin Pfitzer: "Holy Magic!"

Ich bin sehr angetan, was das Team der Fliedner Klinik Berlin, herauszuheben ist 'meine' Therapeutin Frau Hüfken, insgesamt geschafft hat: Mich zu stabilisieren, zu motivieren und dann zu ändern. Positiv zu ändern. Danke.

(Martin Pfitzer, 02. August 2016)

 

Erfahrungsbericht von Jutta Soto:  "Wenn Körper, Geist und Gefühle nicht mehr ineinanderpassen, der Rückzug nichts verändert, dann helfen dir die Menschen der Fliedner Klinik Berlin."

DANKE!

Die Fliedner Tagesklinik ist eine strukturbringende Tagesbetreuung für Menschen mit Akzentuierungen und ganz besonderen Gefühlen und Emotionen, die in das Fachgebiet der Psychiatrie gehören. Zu aller erst sind es Menschen, dann die Doktoren, Ärzte, Therapeuten, Künstler, Sozialarbeiter, Krankenschwestern, Gesundheitspädagogen und die wunderbaren Praktikanten… Und dann sind sie erst einmal nur da. Fordern nichts, wollen nichts, und ich habe Zeit, um anzukommen, wahrzunehmen was ist und angenommen zu werden, so wie ich jetzt hier bin.

DANKE!

Meinen eigenen, ganz besonderen Rückzugsraum zu bekommen, einzunehmen und langsam fühlt es sich richtig an. Und jetzt im Nachhinein ein Vergleich:

Es ist wie bei einer Autowaschanlage: Bitte einmal Komplettreinigung mit Unterboden und Lackversiegelung.
Zu Beginn wird gemeinsam Entschieden, welchen Schwerpunkt, welches Thema, welche der vier Tagesstationen mein zu Hause auf Zeit werden wird. Die Station „Achtsamkeit“ ist für 12 Wochen mein Zuhause und ACT ist die Hausordnung.
Mit dem Thema Achtsamkeit kenne ich mich aus, so dachte ich. Als aufmerksamer Mensch, als Yogaschülerin und später Lehrerin gehört Achtsamkeit zu mir, wie die Luft zum Atmen. Und doch passierte das Unvermeidliche, sie blieb auf der Strecke, hab sie verloren und wusste es nicht.
Durch das tägliche Training, die Einzel- und Gruppengespräche, Achtsamkeitspraxis, Autogenes Training, die Kunst- und Bewegungstherapie lerne ich wieder mich anzuschauen, in mich hineinzuhören. Die geführte Unterstützung der Fachleute brachte mich wieder auf Kurs. Mein Bedürfnis nach Tiefe, Hintergrund findet Raum, wird gesehen. Das ZU viel, die Losigkeit nimmt ab.

DANKE!

Und ich spüre die Lebensqualität mit Medikation. Monatelang war ich „sicher“, dass ich pur meine Episode bewältigen und hinter mir lassen kann. Erst mit dem Einzug in die Fliedner Klinik Berlin, die Aufklärung durch meine Ärzte Herr Dr. Bauer und Frau Dr. Bonabi wagte ich den Schritt pro medikamentöse Unterstützung.
Meiner psychologischen Psychotherapeutin, Frau Dr. Raffaela Blöink möchte ich persönlich danken. Unsere Zusammenarbeit war wichtig und hat mir meine Vergangenheit und die Erlebnisse in einem neuen Licht mit der möglichen Änderung der Perspektive erleben lassen. Das Auskommen mit mir selbst haben wir gut und sehr vertraut erlebt, besprochen und herzlich verstanden und umarmt. Danke dafür. Heute weiß ich, das ich mit Hilfe meiner Medikamente und dem Achtsamkeitstraining meine Lebensqualität wieder gewonnen habe, Freude, Anteilnahme, Begeisterung und Antrieb erkenne ich jetzt. Sie haben mich wieder. Es ist so ein reiches Gefühl sich wieder zu haben. Ich bin bei mir angekommen. 

DANKE!

ACT, ist so alt und so modern zu gleich. Wissen, welches ich mir in meinem Yogastudium angeeignet habe, finde ich in zeitgemäßer Form in dieser Methode wieder. Gedanken, die leidverursachenden Kräfte. Es heißt Defusion, Beobachten, annehmen und dann loslassen. Gedanken ihren Raum geben ist für mich der Schlüssel zum LOSLASSEN geworden. Das Herz führt, erkenne was Wert ist und setze dich dafür ein. Strategien entwickeln für ein flexibles Verhalten im Umgang mit Zeitgenossen- und Geschehen.
Und doch, Achtung, jeden Tag ist Übung vom Neugelernten oder auch zu Vergessenen Pflicht! Nur zu leicht kann Überforderung im Zuviel von Allem auch mit den heiteren, intensiv positiv geführten Gesprächen die Unruhe und Schlaflosigkeit wieder wecken.
Im Sinne meiner Werte ist Besinnung notwendig, dann klappt es auch mit dem Alltag.

Ich danke dem Erlebnis, der Erkenntnis und meinem ICH, dass ich hier bin, wo und wie ich bin. Ein Stück reifer an Erfahrung.
An dieser Stelle möchte ich die Fliedner Klinik Berlin loslassen und allen nochmals zuwinken und Euch eine gute Zeit wünschen – von Herzen

(Jutta Soto, Berlin, den 04.06.2016)