Wohnstätte für Behinderte

Ein Überblick

Zum „Dorf im Dorf“ gehören
 

  • zwei Gebäude mit 50 Plätzen für geistig- und mehrfachbehinderte Menschen in Wohngruppen, die entweder in eine Werkstatt für behinderte Menschen gehen oder an der internen Tagesstruktur teilnehmen.

  • Zusätzlich gibt es einen großen Veranstaltungsraum, der von Bewohnern und Gästen auch für Feierlichkeiten genutzt wird.

  • Zum Dorf gehören außerdem weitere fünf Gebäude mit 30 Mietwohnungen für Familien mit behinderten Angehörigen und für ältere Menschen.

Familienähnliches Zusammenleben

Die beiden Gebäude sind in kleine Einheiten aufgeteilt. Jeweils sechs bis neun Personen leben familienähnlich in einer Wohngemeinschaft für sich. Ein- und Zweibettzimmer, Wohnzimmer, Küche und sanitäre Einrichtungen gehören dazu. Die Räume werden individuell nach den Wünschen ihrer Bewohner eingerichtet, so dass kein Zimmer dem anderen gleicht.

Rückzug in die eigenen vier Wände und Gemeinschaft – beides ist möglich. Die Gebäude sind rollstuhlgerecht ausgestattet. Geschlossene Balkone, die als Wintergärten genutzt werden können und Fenster, die bis zum Boden reichen, schaffen eine freundliche Atmosphäre. Menschen verschiedenen Alters mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Beeinträchtigungen, Frauen und Männer, bilden eine Gemeinschaft.

Sie unterstützen sich gegenseitig, haben Konflikte durchzustehen und lernen, den Alltag gemeinsam zu meistern. Begleitet werden sie von einem Mitarbeiterteam, in dem Heilerziehungspfleger, Heilpädagogen und Sozialarbeiter, Pflegefachkräfte und hauswirtschaftliche Mitarbeiter vertreten sind.

Sie wechseln sich im Schichtdienst an sieben Tagen in der Woche ab. Ein Nachtdienst sorgt zusätzlich für Sicherheit. Ihr Grundsatz: Die Bewohnerinnen und Bewohner leben so selbstständig wie möglich und erhalten soviel Unterstützung wie nötig.
 

Heilpädagogische Förderung

Im Dorf finden Menschen mit ganz unterschiedlichen Arten der Behinderung ihren Platz. Dazu gehören leichte bis schwere geistige Behinderung, Autismus, Körper- und Sprachbehinderung, Epilepsie. Das Ziel der heilpädagogischen Förderung bezieht aber nicht nur medizinische Diagnosen, sondern auch das familiäre Umfeld und die persönliche Entwicklung mit ein. Es wird für jeden individuell bestimmt. Hierzu gehören zum Beispiel das gemeinsame Zubereiten von Mahlzeiten, das gemeinsame Essen, selbstständiges Ankleiden, Toilettengang, Baden, Sauberkeit und Ordnungsverständnis im eigenen Zimmer und in der Gruppe, sichere Orientierung außerhalb des Dorfes, Ausflüge, Freizeit- und Urlaubsaktivitäten.

Abwechslungsreicher Tagesablauf

Für die meisten Menschen ist der Alltag unterteilt in Wohnen im privaten Bereich, Arbeit und Freizeit. Dies gilt auch im Dorf. Einige Bewohner verlassen morgens das Haus, um in einer Werkstatt für behinderte Menschen zu arbeiten.

Die übrigen nehmen an Arbeits- und Beschäftigungs- angeboten (handwerkliche und hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Musik, Tanz etc.) teil, die den Tag strukturieren und im Einzelfall auf den Besuch der Werkstatt für behinderte Menschen vorbereiten. Am Nachmittag kehren alle nach Hause zurück. Den Feierabend gestaltet jeder nach eigenen Interessen.
 

Ambulant unterstütztes Wohnen

Manche Bewohnerinnen oder Bewohner des Dorfes entwickeln nach einiger Zeit die Fähigkeit und den Wunsch, einen weiteren Schritt in Richtung Selbstständigkeit zu tun. Für sie besteht die Möglichkeit, im Ambulant unterstützten Wohnen zu leben. Ihnen bleibt die vertraute Umgebung und die Nähe zu ihrer Bezugsperson erhalten.