Der Vortrag beleuchtet die psychischen Folgen der Klimakrise bei Menschen mit bestehenden psychischen Erkrankungen und verbindet empirische Befunde mit psychotherapeutischen Implikationen. Auf Basis erster Routinedaten aus der psychotherapeutischen Hochschulambulanz des Zentrums für Psychologische Psychotherapie (ZPP) der Universität Greifswald lässt sich zeigen, wie häufig klimabezogene Belastungen auftreten, wie sie mit unterschiedlichen Störungsbildern zusammenhängen und welche individuellen Prädiktoren identifiziert werden können. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass etwa ein Viertel der Patient:innen klinisch relevante klimabezogene Belastungen berichtet, die bestehende Symptome verstärken oder auch neu auslösen können.
Vor diesem Hintergrund wird die Referentin zudem das von Sarah Stapel und ihr neu entwickelte gruppentherapeutische Manual vorstellen, das gezielt auf klimaassoziierte Belastungen ausgerichtet ist, zentrale Inhalte und therapeutische Zielsetzungen skizzieren und erste Erfahrungen aus der Anwendung sowie Implikationen für die psychotherapeutische Versorgung in Zeiten der Klimakrise diskutieren.
Referentin: Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie und Direktorin des Zentrums für Psychologische Psychotherapie an der Universität Greifswald sowie Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie
Die Zertifizierung der Fortbildung bei der Psychotherapeutenkammer ist beantragt. Anmeldung unter Angabe der EFN (für Fortbildungspunkte) erbeten.