Therapieresistente Depression (TRD) stellt eine besondere klinische Herausforderung dar und erfordert ein integratives, multimodales Behandlungskonzept. Zentral ist das Ineinandergreifen von biologischen und psychotherapeutischen Behandlungsansätzen: Pharmakotherapie kann Affektregulation und Antrieb verbessern und damit psychotherapeutische Lernprozesse ermöglichen. Umgekehrt fördern psychotherapeutische Interventionen Adhärenz, Selbstwirksamkeit und Erwartungsmodifikation und wirken damit auch auf biologische Stress- und Regulationssysteme zurück. Therapeutische Allianz, transparente Psychoedukation und realistische, zugleich hoffnungsfördernde Zielklärung sind entscheidend für den Behandlungserfolg. Der Vortrag zeigt, dass ein biopsychosoziales Störungsverständnis die Grundlage für eine individualisierte Behandlungsplanung bildet und wie biologische und psychotherapeutische Techniken synergistisch kombiniert werden können, um bei TRD nachhaltige Veränderungsprozesse zu ermöglichen.
Referent: Prof. Dr. med. Stephan Köhler, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Zentrums für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee sowie Professor für Psychotherapie in der Psychiatrie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, CCM
Die Zertifizierung der Fortbildung bei der Psychotherapeutenkammer ist beantragt. Anmeldung unter Angabe der EFN (für Fortbildungspunkte) erbeten.