Veranstaltungen/Aktuelles


10.11.2018 10.00 Uhr
Fliedner Klinik Stuttgart

Im Rahmen des 8-Wochen MBSR Kurses
Tag der Achtsamkeit
Intensives Achtsamkeitstraining mit MBSR Lehrerin Monika Schein
Achtung: Teilnahme am MBSR-Kurs wird vorausgesetzt

Warum Achtsamkeit?                                                                                               Nicht ...

Drei Jahre Fliedner Klinik Stuttgart

BURNOUT IN THEORIE UND PRAXIS

Nur eine Klinik, deren Chefärztin auch Humorforscherin ist, lädt zu einem Jubiläumsabend ein, der genauso zum Denken wie zum Lachen anregt. Zum dreijährigen Geburtstag der Fliedner Klinik Stuttgart stand der Modebegriff Burnout im Zentrum – zunächst in einem Fachvortrag von Chefärztin Prof. Dr. med. Barbara Wild und im Anschluss im Rahmen des Kabaretts „Brennst du noch oder zündelst du schon“ von DIE LEHRER. Die Botschaft des Abends: Burnout ist ein Prozess, dem man aktiv entgegenwirken kann.

Vor drei Jahren hat die Fliedner Klinik Stuttgart im Bülow-Carré im Zentrum Stuttgarts ihre Arbeit aufgenommen – und hat sich mittlerweile als Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten, aber auch als Ort des fachlichen Austausches etabliert. Dieser Austausch stand auch im Rahmen des Klinikjubiläums im Fokus. Mit ihrem Vortrag „Diagnose: Burnout?!“ hat Barbara Wild dafür eine Gesprächsgrundlage geschaffen.

Für die Psychiaterin ist klar: Burnout ist ein Sammelbecken für unterschiedlichste Themen. „Man muss auf die Details schauen, um die individuelle Problematik zu erkennen“, erklärt Wild. Das zeige sich besonders an der Kritik an der Arbeitswelt, einem Bereich, in dem das Burnout begrifflich zuhause ist. Sie macht deutlich: „Dieser konstruierte Gegensatz von Arbeit und Leben – ‚Work Life Balance‘ macht doch garkeinen Sinn. Arbeit gehört zum Leben und es ist durchaus möglich, ein anstrengendes, verantwortungsvolles Berufsleben zu führen und dabei psychisch gesund zu bleiben.“ Ihr Ratschlag: „Fragen Sie sich, welche Qualität Ihre Arbeit hat. Was sind Ihre Ziele und können Sie diese mit Ihrer Arbeit erreichen? Wie ist der Teamgeist? Welchen Antrieb haben Sie? Was macht Ihre Arbeit sinnvoll?“ Auch ihren eigenen Berufsstand nimmt sie dabei nicht aus: „Es gibt Belege für spezifische Risiken, die genau unsere Berufsgruppe treffen. So gehen Therapeutinnen und Therapeuten ständig neue Beziehungen, zu den einzelnen Patienten, ein, um zu therapieren – und wenn die Therapie gut war, muss die Bindung wieder gelöst werden. Das kann zu einer Belastung werden.“

Aber grundsätzlich ist ihr eine Botschaft besonders wichtig: „‘Das Burnout‘ als eigenständige Krankheit gibt es nicht. Wichtig ist mir, Burnout als einen Prozess zu betrachten, an dessen Ende oft eine depressive Episode steht. Das macht es umso wichtiger, frühzeitig etwas dagegen zu unternehmen.“  Dafür gibt sie dem Plenum konkrete Ideen mit an die Hand: „Betrachten Sie die Stressoren genau: Was stresst Sie wirklich und warum? Üben Sie sich an Resilienz, also seelischer Widerstandsfähigkeit. Hilfreiche Mittel sind beispielsweise Achtsamkeitstraining oder Meditation. Sorgen Sie für einen Ausgleich zur Anspannung – mit Musik, Sport oder Humor.“

Ein praktisches Training gaben im Anschluss DIE LEHRER, die in ihrem aktuellen Programm in der Psychiatrie zu Gast sind. Therapeutenklischees, Klinikalltag mit Augenzwinkern und das ein oder andere bissige Aha-Erlebnis sorgten für Selbsterkenntnis und viel Gelächter. Humortherapeutin Barbara Wild fasst das so zusammen: „Humor ist immer auch eine Möglichkeit, sich selbst im Spiegel mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Das sollten wir öfter tun.“