Rückblick

Januar 2018

Fliedner Labor am 31. Januar 2018
Achtsamkeit – hilfreich oder heiße Luft?

Achtsamkeit ist in Mode. Da waren sich alle Teilnehmenden des ersten Fliedner Labors im neuen Jahr einig – und manchmal ist genau das das Problem: Wenn in jedem Kiosk Hochglanzmagazine mit immer neuen Ansätzen werben, führt das eher zu Ermüdung als zur Motivation, sich mit der therapeutisch sehr wirksamen Praxis auseinanderzusetzen. Es kommt also auf die Vermittlung an – und auf die Selbsterfahrung. Das hat auch Seminarleitung Barbara Wild beherzigt: „Ich glaube, dass Achtsamkeit etwas ist, was man selber erfahren muss. Es klärt nicht so viel, darüber zu lesen.“

Nach einem kurzen Überblick zu unterschiedlichen Methoden des Achtsamkeitstrainings standen die Übungen selber im Vordergrund: Wie fühlt sich Achtsamkeit mit Fokus auf eine Sache an und wie Achtsamkeit als Weiten der Aufmerksamkeit, um möglichst viel wahrzunehmen? Welche Übungen kann man gut in den Alltag einbetten und welche eignen sich zur Weitergabe an Patientinnen und Patienten? 

Statt in einer hitzigen Diskussion endete das Training mit vielen neuen Erkenntnissen und – wie auch anders – ganz entspannt.

ZUM FORMAT:

Das Fliedner Labor ist unser kleinstes Veranstaltungsformat. Angelegt als konzentriertes Workshopformat bietet es Raum für intensiven Austausch und gemeinsames Lernen im Fachbereich Seelische Gesundheit. Eine wesentliche Rolle kommt dabei dem Praxisansatz der vorgestellten Therapieformen und -ansätzen zu. Auf die erfolgreichen Workshops zu den Themen CBASP und NET folgen künftig unter anderem Veranstaltungen zum Humortraining und Kunsttherapie. Auch die Veranstaltungen dieser Reihe werden im Voraus bei der Ärztekammer Baden-Württemberg zertifiziert.

Diskussionsveranstaltungan der Universität Tübingen am 8. Januar
Hirschhausen, die Depression und der Humor

Auf dem Podium mit Dr. med. Eckhart von Hirschhausen kommt der Humor sicher nie zu kurz. Kein Wunder, dass sich Chefärztin und Humortherapeutin Barbara Wild dort als Diskutantin wohl gefühlt hat. Vor ausverkauftem Saal zündete der Medizinkabarettist von Hirschhausen zunächst ein Feuerwerk von Beobachtungen, Ideen und Ratschlägen zum Thema seelische Gesundheit. Im Rahmen des anschließenden Podiumsgespräches wurde mit Erfahrungen aus der Realität abgeglichen.

Welchen Wert haben unterschiedliche Behandlungen? Welche Rolle könnte – und sollte – dabei dem Humor zukommen? Spannende Fragen, die über die Bühne hinaus in unserem Klinischen Alltag Relevanz haben.