Veranstaltungen/Aktuelles


10.11.2018 10.00 Uhr
Fliedner Klinik Stuttgart

Im Rahmen des 8-Wochen MBSR Kurses
Tag der Achtsamkeit
Intensives Achtsamkeitstraining mit MBSR Lehrerin Monika Schein
Achtung: Teilnahme am MBSR-Kurs wird vorausgesetzt

Warum Achtsamkeit?                                                                                               Nicht ...

Reisebericht
Ein Reisebericht zwischen Uniallltag, Flüchtlingscamp und Traumatherapie

„Sie müssen lernen, Emotionen zu kanalisieren“

In einem Vorreiterprojekt des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg werden seit März rund 30 Studierende an der Universität Duhok (Irak, Autonome Provinz Kurdistan) zu Traumatherapeuten ausgebildet. Mitten drin: Prof. Dr. Barbara Wild, Chefärztin der Fliedner Klinik Stuttgart, die das Projekt als Dozentin unterstützt. Der Reisebericht ihrer der zweiten Reise zum Institut für Psychotherapie und Psychotraumatologie gibt einen Einblick in den fremden Unialltag und erzählt von den Herausforderungen von Psychiatrie an einem Ort, wo der Bedarf groß und die Möglichkeiten begrenzt sind.

Samstagmorgen, neun Uhr in Duhok: 28 Studierende sitzen konzentriert in einem klimatisierten Seminarraum und lernen Psychopharmakologie. Das Thema, das Barbara Wild an diesem Vormittag vermittelt, ist für viele neu. Bis zur Mittagspause beantwortet die Psychiaterin die unterschiedlichsten Zwischenfragen, um die heterogene Gruppe inhaltlich auf einen Stand zu bringen.

Obwohl Barbara Wild erst das zweite Mal in Duhok ist, kommt schon fast das Gefühl von Alltag auf. „Natürlich gibt es kulturelle Fragen, Sprachbarrieren und Anpassungsprozesse des deutschen Curriculums an die lokalen Gegebenheiten“, berichtet die Dozentin. Aber die Organisation funktioniert: Insgesamt zwei Wochen dauert die zweite Praxisphase des Studiengangs, in der Prof. Wild zwei Seminare betreut. Zwei Intensivwochen folgen im August und Oktober. Dazu kommen umfangreiche Online-Lerneinheiten und Supervisionen, bevor im November die erste Prüfung ansteht.

Wie weit weg Dohuk von ihrem eigenen Alltag tatsächlich ist, erlebt die Chefärztin der Fliedner Klinik Stuttgart eindrücklich im Azadi Teaching Hospital, dem einzigen Allgemeinkrankenhaus in Duhok. Seine psychiatrische Abteilung verfügt über 18 Plätze für Dohuk, eine Stadt so groß wie Stuttgart, abgesehen von ein paar privaten Krankenhäusern für Bessergestellte. Was sie im Vorlesungsaal über medikamentöse Therapie bei psychischen Störungen vermittelt, ist in der Praxis oft kaum umsetzbar. Der Chefarzt der Psychiatrie in Duhok berichtet von Medikamentenknappheit und langen Wartezeiten. Die durchschnittliche Liegedauer der Patienten liegt aus Kapazitätsgründen nur bei sieben Tagen – in Deutschland bleiben Patienten oft mehr als sieben Wochen. „Ich bewundere die Leute vor Ort, wie ernsthaft sie sich bemühen, mit wenig Mitteln gute Sachen auf die Beine zu stellen“, so Wild, „gleichzeitig überlege ich ganz konkret, wie wir mit unserem Projekt auch vor Ort helfen können.“ Im Herbst möchte sie im Rahmen der Fliedner Galerie ein Bild von Michael Haußer versteigern. Der Erlös der Aktion soll dem Krankenhaus zu Gute kommen.

Wie wichtig ihre eigene Arbeit vor Ort ist, erlebt die Dozentin in der zweiten Hälfte des Lehrtages. In der Supervision geht es darum, die angehenden Traumatherapeutinnen und –therapeuten im Patientenkontakt zu unterstützen. Inzwischen haben alle Studierenden mindestens einen, meistens mehrere Patienten in den Flüchtlingscamps, die sie behandeln. „Dort sind sie mit heftigen Emotionen konfrontiert - auch eigenen“, erlebt Dozentin Barbara Wild. Wie geht man damit um? „Das ist immer auch eine kulturelle Frage: Wie viel Emotionen ‚darf‘ ich zeigen, wie viel zeigt der Patient? Viele der Studierenden haben selber traumatische Erfahrungen gemacht. Sie müssen lernen, die eigene Erfahrung von der des Patienten zu trennen und auftretende Emotionen zu kanalisieren.“

Die Erfahrung mit ihren Studierenden und Fachkollegen lässt Barbara Wild auch zurück in Baden-Württemberg nicht los. „Ich bin dankbar für die große Gastlichkeit der Menschen vor Ort. Der Anspruch ist groß, ein eigenständiges und anständiges Leben zu führen, trotz der medizinischen Versorgungslage, der Erfahrung von Terror, Flucht und Gewalt. Das bewundere ich. Davon können wir lernen.“


Interview:
Prof. Wild im Gespräch über ihre erste Reise als Dozentin in den Irak Die befremdliche Mischung aus Krieg und Normalität
(März 2017) Vor drei Wochen wurde das Institut für Psychotherapie und Psychotraumatologie der Universität Duhok (Irak, Autonome Provinz Kurdistan) eröffnet – ein Projekt des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg, das 30 Studierenden die Möglichkeit gibt, Menschen, die von Krieg und Terror traumatisiert sind, zu helfen. Die Reise in den kriegsgeprägten Irak hat nicht nur den Bedarf an psychosozialer Betreuung und Psychotherapie vor Ort bekräftigt, sondern auch das Verständnis des Fachteams von Trauma und Traumabehandlung nachhaltig geprägt. Prof. Dr. Barbara Wild, Chefärztin der Fliedner Klinik Stuttgart ist als Dozentin im Fachbereich Psychiatrie am Projekt beteiligt ist. Im Gespräch berichtet sie von erstaunlicher Normalität, den Herausforderungen der Traumatherapie und einer Begegnung im Flüchtlingslager.

Prof. Wild, wie kam es, dass Sie an diesem besonderen Projekt teilnehmen?

Das Thema Traumatherapie gehört zu meinen inhaltlichen Schwerpunkten. Im Dezember 2016 haben wir von der Fliedner Klinik Stuttgart eine Veranstaltung zum Thema Traumatherapie bei Geflüchteten gehabt. Auf Empfehlung von Martin Hautzinger, der in der Fliedner Klinik Stuttgart in leitender Position tätig ist, wurde Jan Kizilhan einer unser Podiumsgäste. In der Vorbereitung des Abends habe ich vom Dohuk-Projekt erfahren und angeboten, mich mit meiner psychiatrischen und traumatherapeutischen Expertise zu engagieren. Mein Arbeitgeber, die Theodor Fliedner Stiftung, unterstützt mein Engagement und das Projekt mit meiner Freistellung, wofür ich sehr dankbar bin.  Zwei Monate später konnte ich bereits die erste Vorlesung in Dohuk halten.

Was sind Ihre Aufgaben?

Derzeit bin ich als Professorin in der Lehre beteiligt. Meine erste Vorlesung fand zu den Grundlagen psychiatrischer Befunderhebung und Diagnosestellung statt. Im Mai findet nach derzeitigem Planungsstand meine zweite Reise statt, wo ich ebenfalls in der Lehre tätig sein werde. Sobald die Studierenden ihre erste Phase in Tübingen und Umgebung absolvieren, beteilige ich mich in der Vorstellung des Deutschen Systems. Zu den Aufgaben des gesamten Teams gehört neben den praktischen Tätigkeiten am Lehrstuhl meiner Meinung nach auch, die Wichtigkeit des Projektes immer wieder öffentlich hervorzuheben – das ist mir besonders vor Ort nochmal deutlich geworden.

Gibt es ein Schlüsselerlebnis, von dem Sie berichten können?

Ich habe die Reise erlebt als eine befremdliche und erstaunliche Mischung aus Normalität und Kriegszustand. Auf der einen Seite erlebe ich Großstadtleben mit gepflegten Grünanlagen, am nächsten Tag treffe ich in einem Flüchtlingslager einen 8-jährigen Jungen, der fast drei Jahre in den Händen der IS war und fast zwei Jahre als Kindersoldat missbraucht, geschlagen und schwer traumatisiert worden war. Und er ist einer von vielen traumatisierten Menschen aller Altersgruppen. Der Bedarf ist enorm groß und es gibt in den Konfliktregionen kaum Psychiater und keine Psychotherapeuten, jedoch zahlreiche traumatische Erlebnisse und Situationen.

Welcher Eindruck hat sich bei Ihnen festgesetzt?

Das Projekt bedeutet unheimlich vielen Menschen unheimlich viel. Es ist wahnsinnig wertvoll, mit Jan Kizilhan einen engagierten und hochkompetenten Fachmann an der Spitze des Projektes zu wissen, der in beiden kulturellen Welten zuhause ist. Ich habe großen Respekt vor dem, was er seit 2006 auf die Beine gestellt hat. Die formelle Unterstützung durch Herrn Kremp, den Deutschen Botschafter aus Bagdad und Frau Zainab Hawa Bangura, Sonderbeauftragte der UNO war insbesondere auch für die Studierenden etwas ganz Besonderes. Gleichzeitig bin ich unheimlich dankbar für die persönlichen Kontakte: Alle waren sehr offen und freundlich, der Universitätspräsident zum Beispiel hat uns zum Abendessen eingeladen. Ich freue mich schon jetzt, wenn die Beteiligten nach Tübingen kommen und wir uns ebenfalls als Gastgeber vorstellen dürfen.


Clown-Methode unter dem Mikroskop
Prof. Dr. Barbara Wild untersucht den Effekt von Clowns auf Sprachbehinderung bei Kindern

(März 2017) Clowns in Kliniken machen nicht nur Spaß, sondern helfen der Gesundheit. Was in Kinderkliniken, geriatrischen oder psychiatrischen Einrichtungen bereits weitestgehend erforscht wurde, ist im Kontext der Sprachbehinderungen bei Kindern derzeit noch ein Erfahrungswert ohne wissenschaftlichen Beleg. Um diese Forschungslücke zu schließen, begleitet Prof. Dr. Barbara Wild, Chefärztin der Fliedner Klinik Stuttgart, ab dem 30. März 2017 die „Mutmachstunde“ im Sprachheilkindergarten Singen mit einer wissenschaftlichen Untersuchung. Zur Auftaktveranstaltung findet am 30.3.2017 um 10.30 Uhr eine Pressekonferenz im Sprachheilkindergarten Singen statt.

Seit 1986 werden Clowns und Humor zunächst in Kinderkliniken, in den vergangenen Jahren zunehmend auch in Geriatrie und Psychiatrie, therapeutisch eingesetzt – die positiven Effekte sind wissenschaftlich nachweisbar: Verbesserung der Stimmung, Ablenkung von Schmerzen oder Angst, Befriedigung des Spielbedürfnisses und dadurch die Verbesserung des Selbstwertgefühls und des Muts sowie die Möglichkeit, durch Symbolisierung Negatives verbal und nonverbal zu bearbeiten.

Daneben besteht die langjährige Erfahrung, dass durch Humor-Interventionen auch bei den Kindern mit Sprachbehinderungen sehr positive Entwicklungsschritte ausgelöst werden können. Um diese Effekte zu belegen, wird Humorforscherin Barbara Wild die Wiederaufnahme der Kooperation zwischen dem Tamala Center Konstanz und dem Sprachheilkindergarten in Singen wissenschaftlich begleiten. Ein- bis zweimal im Monat kommen dabei zwei Gesundheit!Clown® in den besonderen Kindergarten, um mit den Kindern einzeln zu arbeiten. Die Kinder sollen insbesondere in den Bereichen Grob– und Feinmotorik, Wahrnehmung, soziale Kompetenz und emotionale Stabilität in ihrer Entwicklung unterstützt werden.

Diese Interaktion steht im Zentrum des Interesses von Barbara Wild. „Es lohnt sich, nicht völlig etablierte Methoden wie die Interaktion mit Clowns zu untersuchen. Damit erweitern wir unsere Behandlungsmöglichkeiten und sichern diese natürlich auch ab.“ Im Kontext des Projektes „Mutmachstunde“ ist außerdem der Aspekt der Förderung wichtig: Besondere Therapieformen wie der Clownbesuch gehen oft mit besonderen Kosten einher. „Eine wissenschaftliche Begleitung und ggf. Bekräftigung der Wirkung erleichtert auch die Akquise von Förderern für diese wichtigen Projekte“, erklärt Barbara Wild. Das Projekt am Schulkindergarten Singen wird von der Stiftung Charlie Smile gefördert, die von Laura Chaplin, der Enkelin von Charly Chaplin und Schirmherrin des Projektes ins Leben gerufen wurde. Trotz weiterer finanzieller Unterstützung durch die Stiftung der Sparkasse Singen-Radolfzell, die Werner + Erika Messmer Stiftung, die Dietrich H. Boesken-Stiftung Singen und die Otto Sauter Stiftung bedarf es weiterer Sponsoren und Förderer.

Das Team des Sprachheilkindergartens Singen laden gemeinsam mit dem Tamala Center Konstanz und Laura Chaplin zur Pressekonferenz und Auftaktveranstaltung am 30. März 2017 zwischen 10.30 und 11.30 in den Sprachheilkindergarten Singen, Mühlenstraße 17 ein. Um Anmeldung wird gebeten (info@clown-und-comedy.de oder +49 7531 941 31 40 ).


Fliedner Auditorium: Traumafolgen als gesellschaftliche Aufgabe

Psychosoziale Hilfe für Geflüchtete / „Wir haben es mit starken Menschen zu tun“

Wirksame Trauma Behandlung bei Geflüchteten braucht neben kulturell wie fachlich geschulten Therapeuten genügend professionelle und supervisierte Dolmetscher, ein Finanzierungsmodell, das Krankenkassen und Behörden gemeinsam gestalten und nicht zuletzt frühzeitige Klärung des jeweiligen Aufenthaltsstatus‘. Das sind die deutlichsten Forderungen von Podium und Publikum vergangene Woche im Rahmen der Veranstaltung „Grenzenlose Traumata – begrenzte Therapie? Trauma und Traumafolgestörungen bei Geflüchteten“ der Fliedner Klinik Stuttgart gleichermaßen vertraten.

In seinem einführenden Vortrag macht Prof. Dr. Dr. Jan Kizilhan, medizinisch-psychologischer Leiter des Projektes „Sonderkontingent für schutzbedürftige Frauen und Kinder“ der Landesregierung Baden-Württemberg die Spannweite des Themas Trauma bei Geflüchteten deutlich: „Wenn wir über Trauma sprechen ist das nicht nur ein medizinisch-therapeutischer Prozess. Gewalt und Trauma, Krieg und traumatische Ereignisse – in Deutschland und international – haben immer auch mit unserer Gesellschaft zu tun. Daher müssen wir auch als Gesellschaft dazu Stellung beziehen.“

Diesen weiten Blickwinkel abzubilden ist die Aufgabe des anschließenden Podiums um Jan Kizilhan, Staatssekretärin Bärbel Mielich, Ministerium für Soziales und Integration, Ulrike Schneck, Leitende Psychologin des Stuttgarter Hilfsvereins Refugio und Prof. Dr. med. Barbara Wild, Chefärztin der Fliedner Klinik Stuttgart, das von Edda Markeli (SWR) moderiert wurde.

Geflüchtete bringen besonders verfestigte und oft mehrschichtige Traumata mit, die in den meisten Fällen nach absichtlich ausgeübter Gewalt (manmade trauma) erfolgt sind, erklärt Psychologin Ulrike Schneck einleitend. „Es kommt zu starken Ängsten und sozialem Rückzug. Das Vertrauen in die Menschen ist generell erschüttert. Das bedeutet auch für Helfende einen brüchigen Kontakt.“,  Im Publikum nicken insbesondere die (ehrenamtlichen) Helfer zustimmend, während die Psychologin deutlich  macht „wir brauchen Zeit, das Vertrauen aufzubauen, dass es hier ein sicherer Ort ist, wo man darüber sprechen kann.“

Der Faktor Zeit weise auf ein weiteres Problem in den Rahmenbedingungen der Trauma Behandlung, so Jan Kizilhan, nämlich den oft jahrelang ungeklärten Aufenthaltsstatus: „Ich kann keine Trauma Behandlung machen, wenn der Patient das Gefühl hat, er ist morgen wieder weg.“ Neben den Auswirkungen auf die Krankheit sei dies auch ein gesellschaftliches Problem, ergänzt Barbara Wild: „Diese Menschen gehen uns durch sozialen Rückzug mit ihren Ressourcen, Fähigkeiten und ihrer Motivation zur Integration verloren.“

Im Rahmen der Behandlung müsse außerdem der Einfluss kultureller Unterschiede berücksichtigt werden, so Prof. Kizilhan. Unterschiedliches Schamempfinden, Rollenbilder und zuletzt auch die Sprachbarriere beeinflussen die Therapie. Die Betreuung und Bezahlung der Dolmetscher, die für eine erfolgreiche Diagnostik und Therapie zwingend notwendig sind, wird auch in den Publikumsfragen noch einmal hervorgehoben. Allein bei Refugio Stuttgart arbeiten derzeit insgesamt 80 Dolmetschende in 38 Sprachen der Welt, die der Verein zum Großteil selbst bezahlt. Für Ulrike Schneck ist das unverständlich: „Der Dolmetscher ist wie das Röntgengerät ein Hilfsmittel der Diagnostik. Mir leuchtet nicht ein, warum das von den Krankenkassen nicht so angesehen und bezahlt wird.“

Bärbl Mielich, die als Vertreterin der Landespolitik auf dem Podium unter Druck steht, teilt die Kritik. Gleichzeitig macht sie noch einmal deutlich, dass das Land Baden-Württemberg eine Vorreiterrolle zum Thema medizinisch-therapeutische Betreuung von Geflüchteten übernimmt. In den letzten Jahren sei der Etat für die fünf Psychosozialen Zentren im Land stetig gestiegen. Zum Thema Kostenübernahme macht sie deutlich: „Es ist ein Versprechen der Landesregierung, dass wir diese Zentren besser ausstatten. Wir brauchen aber sowohl die Kommunen als auch  die klassischen Träger des Gesundheitssystems mit im Boot.“ Deshalb werde sie einen runden Tisch mit den Krankenkassen zu diesem Thema initiieren.

Die zweistündige Diskussion und der große Zuspruch von fachlichen und ehrenamtlichen Helfern zeigt: das Thema Trauma Behandlung bei Geflüchteten ist ein Thema, das mehr öffentliche Aufmerksamkeit braucht. Dabei dürften die Menschen, die nach Deutschland kommen nicht nur in der Opferrolle gesehen werden, ist sich das Podium abschließend einig. Denn, Ulrike Schneck, „wir haben es mit starken Menschen zu tun.“

Fliedner Galerie: Schafe in der Psychiatrie  

Seit dem 4. November zeigt die Fliedner Klinik Stuttgart im Rahmen der „Fliedner Galerie“ den Künstler Thomas Nolden mit seiner Gemäldereihe „Kawasaki Bar – Landschaft mit Schafen“. Der Stuttgarter Galerist Mario Strzelski verwandelt die Räumlichkeit der Ambulanz und Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Bülow Carreé bis zum 17. Februar 2017 in einen Kunstflur mit atmosphärischen Schafmotiven auf Leinwand in den leuchtend satten Farben des Gäus.

Die Ausstellung „Kawasaki Bar“ ist inspiriert vom Wandel eines Schuppens: Vom Glasereilager zum Dorfjugendrückzug „Kawasaki Bar“ wurde er nun Schafstall mit Theke und Kirchenfenster. In diesem Identitätstumult entdeckte der Maler Thomas Nolden das Schaf als Motiv. Bis in die Gegenwart hinein kunstgeschichtlich unterrepräsentiert,  vereint es Landschaftsmalerei und figurative Überlegungen. Dazu kommt eine Faszination, die der Künstler in seinen Gemälden abbilden möchte: „Das Schaf taucht auf als Protagonist und zieht uns in seinen Bann, gleichzeitig transportiert es eine reife Palette, führt den Betrachter in einen glücklichen Farbraum.“ (Auf dem Bild von links nach rechts: Martin Hautzinger, Thomas Nolden, Barbara Wild, Mario Strzelski)

Der besondere Ort der Ausstellung verstärkt diesen intensiven Effekt der Kunst, findet auch der Stuttgarter Galerist Mario Strzelski: „Es ist interessant, Bilder in eine Ausstellung zu verpflanzen, die abseits eines white cubes und von einem ganz neuen Publikum gesehen werden können.“ Der temporäre Gallery Spot in der Fliedner Klinik Stuttgart ist auch für Chefärztin Prof. Dr. Barbara Wild immer wieder etwas ganz Besonderes. „Klinik und Kunst zusammenzubringen ist wichtig, weil es bei beidem um eine Sicht auf den Menschen und die Welt geht.“, erklärt Wild, die im Format „Fliedner Galerie“ regelmäßig Kunst in ihrer Klinik ausstellt. Sie ist von der therapeutischen Wirkung von Kunst überzeugt: “ Kunstwerke eröffnen neue Ausblicke und lassen sich gleichzeitig als Spiegel für das Selbst benutzen. Das tut unseren Patienten (und nicht nur ihnen) gut.“

Daher gilt Ihre Einladung zur Vernissage am 4. November um 19 Uhr der gesamten Stuttgarter Öffentlichkeit. Eine Perspektive ist Barbara Wild dabei besonders wichtig: der Blick auf die Werke ist gleichzeitig ein Blick in die Klinik. „Und mit jedem Besucher der Ausstellung von außen wird auch das Stigma, das der Psychiatrie und ihren Patienten anhaftet, nachhaltig reduziert.“

Fliedner Auditorium: Erfolgreiche Psychotherapie braucht therapeutische BindungskompetenzVortrag von Prof. Dr. Henning Schauenburg, Professor für Psychosomatik und Psychotherapie und Stellvertreter des ärztlichen Direktors der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik am Universitätsklinikum Heidelberg am 28. September 2016 im Rahmen der Fortbildungsreihe "Fliedner Auditorium."

Pressetext zum Vortrag "Erfolgreiche Psychotherapie braucht therapeutische Bindungskompetenz"

Folien:
Bei Interesse an den Vortragsfolien wird um eine E-Mail an den Referenten gebeten
Henning.Schauenburg(at)med.uni-heidelberg.de

 

Finissage: Weiblicher Humor hat Folgen!
Ausstellung in der Fliedner Klinik Stuttgart geht zu Ende – nächste Eröffnung am 04.11.16

Darf man – darf frau – über Kunst lachen? Die vom Stuttgarter Galeristen Marko Schacher kuratierte, speziell auf die Räume der Fliedner Klinik Stuttgart zugeschnittene Ausstellung "Emotionale Ansteckung, "Weiblicher Humor und die Folgen" hat seit der Ausstellungseröffnung am 8. April 2016 bewiesen: Ja! Zur Finissage am 28. Juli t2016 rafen sich noch einmal Künstlerinnen, Galerist und etwa 40 Kunstfreunde aus Medizin und Gesellschaft in der Fliedner Klinik Stuttgart.

In einem gemeinsamen Werkrundgang konnten die beteiligten Künstlerinnen Friederike Just, Eva Koberstein, Christiane Köhne und Justyna Koeke gemeinsam mit Galerist Marko Schacher spannende Einblicke in Entstehung und Hintergrund der Werke geben. Verfügen Künstlerinnen über einen anderen Humor als ihre männlichen Kollegen? Inwieweit verändert eine Klinik-Atmosphäre die Rezeption der auf dem Gang und im Wartezimmer präsentierten Exponate? Inwieweit sind Kunstwerke psychologische Verdauungsresulate, Tagebuch und Selbstportraits? Die Fragen zur Kunst waren vielfältig. Die Antwort: Spannende Gespräche, denn Kunst, so sind sich alle Besucher einig, liegt immer im Auge des Betrachters.

Prof. Dr. Barbara Wild, Chefärztin der Fliedner Klinik Stuttgart, ist stolz auf ihren ganz besonderen Ausstellungsraum: „Kunst und Psychiatrie – das passt gut zusammen. In beiden Fällen beschäftigen wir uns mit Sichtbarem und dem, was dahinter steht. Und in beiden Fällen kommt der Humor, wenn er denn angebracht ist, dabei nicht zu kurz.“

Die nächste Ausstellung steht auch schon in den Startlöchern. Am 04. November wird Galerist Thomas Nolden die kommende Schau eröffnen, deren Konzept noch in der Entwicklung ist.

 

01. Juni 2016 - Chronische Depression: State of the Art
Vortrag von Prof. Dr. phil. Elisabeth Schramm, leitende Psychologin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Freiburger Universitätsklinikums

Pressetext zur Veranstaltung: Chronische Depression braucht andere Behandlungsformen


Vortragsunterlagen: Verhaltenstherapeutische Behandlung der chronischen Depression: State of the Art