Welche Erkrankungen behandeln wir?

Wir behandeln Erwachsene mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, und auch bei seelischen Begleiterscheinungen körperlicher Erkrankungen. Dazu gehören insbesondere:

Akute und chronische Depression

Stressfolgeerkrankungen und Burn-out-Syndrom

Bipolare (manisch-depressive) Störung

Ängste und Angststörungen (z.B. Panikstörung, Phobien, soziale Ängste)

Psychosomatische und somatoforme Störungen

Posttraumatische Belastungsstörung

Essstörungen (z. B. Anorexie, Bulimie)

Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafstörungen)

Zwangsstörungen

Psychosen/Schizophrenie

Persönlichkeitsstörungen

Aufmerksamkeitsdefizits-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS/ADS)

Begleitung bei körperlichen Erkrankungen (z.B. bei Schmerzen, Tumorerkrankungen)

Rückfallprophylaxe bei affektiven Störungen und Psychosen

 

Akute und chronische Depression

Symptome der Depression sind Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, Interessenverlust, Hoffnungslosigkeit und Antriebsmangel, häufig begleitet von Ängstlichkeit und erhöhter Ermüdbarkeit. Diese typischen Beschwerden zeigen jedoch eine beträchtliche individuelle Variation. Auch Reizbarkeit und Unruhe sind häufig. Konzentration, Gedächtnis und andere Denkfunktionen können ebenfalls gestört sein. Außerdem treten oft auch körperliche Symptome wie Schmerzen oder Verdauungsbeschwerden auf. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten "somatischen" Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust.

Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome wird eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer bezeichnet.
Dabei sollten für die Diagnose einer depressiven Episode diese Symptome nicht nur kurzfristig, sondern über einen längeren Zeitraum (z.B. 2 Wochen) bestehen.

Viele Menschen erkranken an einer Depression: Männer haben ein Lebenszeitrisiko von 12% und bei Frauen liegt es sogar bei 23% (so viel Prozent aller Frauen erkranken einmal im Leben an einer behandlungsbedürftigen Depression). Deshalb geht man davon aus, dass in der Bundesrepublik 2–3% der Männer und 4–7% der Frauen aktuell an einer Depression (bei unterschiedlichem Schwergrad) leiden. Nicht selten sind auch Rückfälle bei Menschen, die schon einmal eine Depression gehabt haben.

Depressive Syndrome treten außerdem oft in Verbindung mit vielfältigen anderen psychischen Erkrankungen wie Persönlichkeitsstörungen, Angststörungen, Zwängen, Essstörungen, Süchten, somatoformen Störungen, Schizophrenien und schizophrenoformen Störungen, Demenzerkrankungen und chronischen (körperlichen) Krankheiten, aber auch nach Schwangerschaften auf.

In der Behandlung der Depression werden normalerweise unterschiedliche Zugangswege (Psychotherapie mit Einzelgesprächen und in der Gruppe, medikamentöse und über den Körper wirkende Verfahren) je nach Bedarf einzeln oder in Kombination eingesetzt.

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Stressfolgeerkrankungen und Burn-out-Syndrom

Anhaltende Überlastung und Stress können zu diversen Beschwerden führen: Ängste, Depression, Erschöpfung, Schlafstörungen, somatoforme Beschwerden (Link zu Ängste, Depression, Schlafstörungen, Somatisierung) und viele anderen körperlichen Reaktionen.
Der Begriff "burn out" kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt "ausbrennen". Burn-out beschreibt einen körperlichen und emotionalen Erschöpfungszustand. Offiziell gilt Burnout nicht als eigenständige Krankheit, denn es gibt keine klar definierten Kriterien, die dieses Krankheitsbild definieren.

Sicher ist aber, dass chronische körperliche oder psychische Belastungen, ein Mangel an Entspannung oder Freizeit sowie ein Zustand der Erschöpfung aufgrund von beruflicher oder anderweitiger Überlastung zu einer psychischen Erkrankung führen können, die meist das Bild einer Depression (Link zu Depression) erfüllen.
Die Behandlung richtet sich nach den jeweiligen Symptomen (also danach, ob zum Beispiel Ängste oder körperliche Beschwerden im Vordergrund stehen). Wichtig ist es fast immer, zunächst einmal eine rasche Erleichterung dadurch zu schaffen, dass der oder die Betroffene aus der belastenden Situation heraus geht (z.B. durch Krankschreibung).

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Bipolare (manisch-depressive) Störung

Bei der bipolaren Störung wechseln sich depressive Episoden (s.a. Depression) mit manischen bzw. hypomanischen Phasen ab. Bei der Mehrzahl der Patienten überwiegen allerdings die depressiven Phasen.

Manische Episoden erscheinen wie das Gegenteil von depressiven Episoden. Sie sind durch eine deutlich veränderte Stimmung gekennzeichnet, die entweder übertrieben gut, euphorisch oder gereizt ist. Diese veränderte Stimmung geht einher mit gesteigertem Selbstvertrauen, Selbstüberschätzung oder Größenideen, vermindertem Schlafbedürfnis, gesteigertem Aktivitätsniveau, gesteigerter Gesprächigkeit, subjektivem Gefühl des Gedankenrasens oder Ideenflucht, leichter Ablenkbarkeit durch irrelevante Reize, übermäßiger Beschäftigung mit angenehmen Dingen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit negative Konsequenzen nach sich ziehen (z.B. ungezügeltes Einkaufen, sexuelle Eskapaden). Der Aktivitätsdrang ist sehr ausgeprägt, bis er irgendwann stockt – nicht selten folgt unmittelbar nach der Manie der Sturz in eine Depression.

Bei einer Hypomanie liegen die Symptome einer manischen Episode in abgeschwächter Form vor.
Die Häufigkeit der manisch-depressiven Störung (alle Formen und Schweregrade) in der Bevölkerung beträgt ca.5%. Die bipolare Störung ist eine Erkrankung, die sich zumeist in jungen Jahren das erste Mal zeigt, etwa Anfang 20 mit einer Spanne von 18–26 Jahren, aber die Diagnose wird oft erst im Alter von ca. 30 Jahren gestellt. Die durchschnittliche Dauer der Episoden liegt bei 8–10 Wochen.

Man geht heute davon aus, dass bei der bipolaren Störung eine körperliche beziehungsweise erbliche Veranlagung vorliegt, die in Kombination mit belastenden Ereignissen das Risiko erhöht, depressive und manische Symptome zu entwickeln. Sowohl die manischen als auch die depressiven Episoden bedürfen der raschen Behandlung und sind in der Regel gut behandelbar. Da ein hohes Rückfallrisiko besteht, ist es vor allem wichtig, gerade im gesunden (euthymen) Zustand etwas zur Rückfallverhinderung zu tun. Dazu gehören sowohl die Einnahme von stimmungsstabilisierenden Medikamenten als auch eine Psychotherapie.

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Ängste und Angststörungen (z.B. Panikstörung, Phobien, soziale Ängste)

Angst hilft uns, Gefahren zu erkennen und auf diese zu reagieren. Doch sie kann außer Kontrolle geraten. Angststörungen entstehen meist durch eine Kombination verschiedener Faktoren. So kann eine genetische Veranlagung dafür vorliegen. Wenn dann noch weitere Faktoren – zum Beispiel belastende Lebensereignisse – hinzukommen, kann dies eine Angststörung auslösen. Bei einer Angststörung wird das alltägliche Leben durch die Angst stark eingeschränkt. Sie kann unterschiedliche Ausprägungen haben:

Die Agoraphobie ist nach der Angst vor Plätzen und Märkten (auf Griechisch agora) benannt. In aller Regel ist die Phobie jedoch nicht auf diese Situationen beschränkt. Die Betroffenen können unter verschiedensten Ängsten und Phobien leiden, wie Klaustrophobie (Angst vor engen oder überfüllten Räumen), der Angst bestimmte Plätze oder Orte wie Kaufhäuser und Marktplätze aufzusuchen, mit dem Bus oder Auto zu fahren oder Fahrstühle zu benutzen, aus Angst, nicht "fliehen" zu können.

Bei der Panikstörung wird der Betroffene plötzlich und vollkommen unerwartet von panischer Angst, zu sterben, verrückt zu werden oder die Kontrolle zu verlieren, überfallen. Bei sozialen Ängsten besteht vor allen Dingen die Befürchtung, etwas Peinliches oder Unangenehmes in der Öffentlichkeit zu tun, für das man sich dann schämen müsste. Deshalb wird der Kontakt zu anderen Menschen häufig gemieden.

Es können aber auch eher diffuse Ängste und Befürchtungen bestehen, dass nahen Angehörigen etwas passieren könnte oder dass das Leben an sich negativ verlaufen wird, hierbei spricht man dann von einer generalisierten Angststörung.

In der Behandlung (link zu „Behandlung“) der Angststörungen können unterschiedliche Zugangswege (Psychotherapie mit Einzelgesprächen und in der Gruppe, medikamentöse und über den Körper wirkende Verfahren) je nach Bedarf einzeln oder in Kombination eingesetzt werden.

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Psychosomatische und somatoforme Störungen

Psychosomatische Störungen sind gekennzeichnet dadurch, dass neben seelischen Beschwerden wie z.B. Angst auch körperliche Beschwerden auftreten, ohne dass diese ausreichend oder vollständig auf eine organische Erkrankung zurückzuführen sind. Typische Beschwerden sind Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Gliederschmerzen, Blähungen und Durchfall, Schwitzen, leichte Erschöpfbarkeit, Hitze- und Kältewallungen u.a. Deshalb finden sich Patienten mit solchen Beschwerden in allen Fachgebieten der Medizin. Man schätzt, dass 20–50% der in Arztpraxen geschilderten Symptome nicht auf eine eindeutig organische Erkrankung zurückzuführen sind. Bei besonders intensiven Ausprägungen spricht man von einer Somatisierungsstörung. Man geht davon aus, dass 11% der Bevölkerung betroffen sind. Der Beginn ist meistens in der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter (vor dem 30. Lebensjahr).

Je nach Schwerpunkt der geschilderten körperlichen Symptome wird im Einzelfall auch von somatoformer Schmerzstörung, somatoformer autonomer Funktionsstörung, Konversionsstörung oder auch Hypochondrie gesprochen. Die körperdysmorphe Störung wird ebenfalls zu den somatoformen Störungen gerechnet. Der Betroffene leidet an der Überzeugung, dass ein Körperteil von ihm gravierend entstellt sei, obwohl Außenstehende diese Beobachtung nicht teilen. Diese Problematik geht oftmals mit Symptomen wie sozialer Rückzug bis hin zur Isolation sowie mit Verzweiflung einher.

Bei somatoformen Störungen findet sich häufig auch eine depressive Störung.
Viele Patienten reagieren beim Auftreten der somatoformen Symptome mit Schonverhalten (z.B. Reduzierung körperlicher Anstrengung). Dadurch engt sich zum einen der Lebensradius ein, was die Entwicklung depressiver Symptome fördern kann. Zum anderen reduziert sich die körperliche Belastbarkeit, wodurch Symptome wie Kurzatmigkeit, Schwitzen und körperliche Missempfindungen noch häufiger auftreten. Oftmals entsteht daraus ein sich selbst verstärkender Regelkreis, ein Teufelskreislauf.
Bei manchen Menschen basiert die somatoforme Störung auch auf einer allgemeinen Ablehnung des eigenen Körpers. Oft haben Personen mit somatoformen Störungen in der Vergangenheit auch traumatische Körpererfahrungen gemacht (zum Beispiel Operationen im Kleinkindesalter).

Bis Betroffene mit somatoformen Störungen in eine psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung kommen, vergehen in aller Regel leider viele Jahre mit zahlreichen, teilweise eingreifenden und schmerzhaften organischen Behandlungsversuchen.
In der Psychiatrie und Psychosomatik geht man andere Wege (link zu „Behandlung“). Hier versucht man einerseits, mit den Betroffenen Möglichkeiten für das Leben mit den körperlichen Beschwerden zu finden und andererseits psychische Hintergründe zu klären. Dies führt oft zu einer Linderung und manchmal zum Verschwinden der körperlichen Beschwerden. Dabei können unterschiedliche Zugangswege (Psychotherapie mit Einzelgesprächen und in der Gruppe, medikamentöse und über den Körper wirkende Verfahren) je nach Bedarf einzeln oder in Kombination zum Einsatz kommen.
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Posttraumatische Belastungsstörung

Manche Erlebnisse sind so belastend, dass die Betroffenen alleine mit der Verarbeitung überfordert sind.
Traumatische Erlebnisse sind Ereignisse, die von außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß waren. Heute wird zwischen Typ-I-Traumen (einmalig bzw. kurz) und Typ-II-Traumen (mehrfach bzw. lang anhaltend) unterschieden. Beispiele für Typ-I-Traumen sind schwere Verkehrsunfälle oder Naturkatastrophen, Beispiel für Typ-II-Traumen sind wiederholter sexueller Missbrauch, Kriegshandlungen und Folter.

Nach derartigen Ereignissen oder Situationen können Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) auftreten. PTB sind gekennzeichnet durch vier Symptomgruppen:
1. Intrusionen, d.h. sich aufdrängende, belastende Erinnerungen und Alpträume
2. Vermeidungssymptome (z.B. Vermeidung von bestimmten Situationen)
3. Erhöhte körperliche Anspannung, Reizbarkeit und Schreckhaftigkeit
4. kognitiv-emotionale Veränderungen

Zu den kognitiv-emotionalen Veränderungen werden gerechnet: anhaltende Schreckhaftigkeit, Gefühle wie Furcht, Ärger, Schuld oder Scham, vermehrtes Misstrauen, Unfähigkeit, sich an wichtige Aspekte des traumatischen Erlebnisses zu erinnern, anhaltende negative Überzeugungen über sich selbst, andere oder die Welt, anhaltende Unfähigkeit positive Gefühle zu erleben.

Die Diagnose wird gestellt, wenn die PTBS-Symptome länger als einen Monat nach dem traumatischen Ereignis andauern.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass die PTBS in der Allgemeinbevölkerung keine seltene Störung ist. Man geht davon aus, dass in Deutschland 2–4% aller Menschen einmal in ihrem Leben eine PTBS erleben.
In der Behandlung (Link zu Behandlung) der PTBS werden sowohl psychisch stabilisierende Maßnahmen wie auch Verfahren, bei denen eine heilsame Bearbeitung des Traumas mit bestimmten Gesprächstechniken (z.B. NET, IRRT) durchgeführt wird, eingesetzt. Je nach individuellem Bedarf wird dies kombiniert mit medikamentösen und über den Körper wirkenden Verfahren und Kunsttherapie.

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Essstörungen (z. B. Anorexie, Bulimie)

Ess- und Gewichtsstörungen im Sinne von Anorexia nervosa (Magersucht) und Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) und die Binge-Eating-Störung gehören zu den häufigen Erkrankungen vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Man schätzt, dass in den westlichen zivilisierten Ländern zurzeit ca.2–4% der Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren an einer Bulimia nervosa erkrankt sind. Bei der Magersucht wird für die Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen mit einer Erkrankungshäufigkeit von 0,8–1% zu rechnen sein. Davon sind nur ca.5% männlich, der Anteil der männlichen Patienten bei der Bulimia nervos liegt leicht darüber.

Bei der Anorexia nervosa gibt es zwei Unterformen: zum einen als reine diäthaltende Magersucht (restriktive Anorexia nervosa) und zum anderen als Magersucht mit Erbrechen und Abführmittelmissbrauch (bulimische Verlaufsform der Anorexia nervosa).

Bei der Bulimia nervosa kommt es zu anfallartigen Essattacken und anschließenden gewichtsregulierende Maßnahmen (wie Fasten, Gebrauch von Abführmitteln oder Erbrechen). Im Gegensatz zur Magersucht sind die Bulimia-nervosa-Patientinnen mehr oder weniger normalgewichtig. Es existiert aber eine krankhafte Besorgnis um die eigene Figur und das Körpergewicht. Dabei steht die Furcht vor einer Gewichtszunahme im Mittelpunkt der Befürchtungen. Die Betroffenen sind sich dabei der Anomalität ihres Essverhaltens durchaus bewusst, und nach den Essattacken folgen häufig Schuld- und Schamgefühle.
Beide Erkrankungen führen, wenn sie bereits länger bestehen, oft auch zu körperlichen Problemen (z.B. durch Vitaminmangel oder Schädigung der Zähne beim Erbrechen).

Ebenfalls zur Gruppe der Essstörungen gehört die Binge-Eating-Störung. Übersetzt bedeutet dies so viel wie „Essgelage“ (vom engl. Binge = Gelage). Bei dieser Erkrankung kommt es zu Heißhungeranfällen einhergehend mit einem Verlust der bewussten Kontrolle über das Essverhalten. Im Gegensatz zur Bulimia nervosa wird das Gegessene anschließend nicht erbrochen, so dass die Betroffenen häufig an Übergewicht leiden. Nach den Essanfällen treten meist Schuld- und Schamgefühle auf. Die Häufigkeit unter Allgemeinbevölkerung beträgt ca. 0,7-4%. Im Unterschied zu Anorexia nervosa und Bulimia nervosa sind auch viele Männer betroffen– sie machen etwa ein Drittel der Erkrankten aus.

Essstörungen gehen außerdem häufig mit anderen psychischen Störungen (z.B. Depression) einher.
In der Behandlung (link zu „Behandlung“) der Essstörungen werden normalerweise unterschiedliche Zugangswege (Psychotherapie mit Einzelgesprächen und in der Gruppe, medikamentöse und über den Körper wirkende Verfahren) je nach Bedarf einzeln oder in Kombination eingesetzt.

Wir behandeln Patienten, die nicht akut körperlich gefährdet sind insbesondere:

  • Bei chronischen Verläufen mit wiederholten stationären Aufenthalten in der Vorgeschichte, wenn das Ziel in einer Verbesserung der sozialen Einbindung und der Tagesstrukturierung besteht.

  • Bei gut motivierten Patienten/-innen ohne Komorbidität und nur mäßigem Untergewicht, bei denen sich eine ambulante Therapie als nicht ausreichend erweist (Intensivierung der ambulanten Therapie).

  • Bei Patienten/-innen, bei denen im Anschluss an eine stationäre Behandlung der Übergang in ein ambulantes Behandlungssetting vorbereitet werden soll („Transfer“ der erreichten Veränderungen in die Alltagssituation)

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Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafstörungen)

Rund ein Drittel der Deutschen leidet unter Schlafstörungen. Schlafstörungen gehören mit zu den häufigsten Beschwerden, wegen derer Hausärzte aufgesucht werden.

Es gibt unterschiedliche Beeinträchtigungen des Schlafes. Kurzfristige Schlafstörungen erlebt jeder mal – dies ist normal. Wer aber unter dauerhaft anhaltenden oder immer wieder kehrenden Ein- und/oder Durchschlafstörungen leidet, fühlt sich meist stark beeinträchtigt.

Die Ursachen sind vielfältig. Äußere sowie innere Bedingungen können eine Rolle spielen. Körperliche Ursachen müssen als erstes untersucht werden. Wenn sich hier kein Grund findet, ist es häufig der Fall, dass die Sorgen um den gestörten Schlaf, das Schlafproblem noch verstärken. Aber auch falsche Schlafgewohnheiten können den Schlaf beeinträchtigen, z.B. zu früh ins Bett gehen, tagsüber schlafen, um den fehlenden Schlaf nachzuholen, zu viel Kaffee, Stress, Schmerzen,…
Wenn die Schlafstörungen länger anhalten, ist es wichtig möglichen Ursachen nachzugehen, vor allem, wenn Sie seit über einem Monat drei Nächte oder mehr in der Woche keinen durchgehenden, erholsamen Schlaf finden und sich tagsüber müde und kraftlos oder auch nervös und gereizt fühlen. Denn dann sprechen Mediziner in der Regel von einer chronischen Schlafstörung.

Wir bieten eine Diagnostik und Behandlung an, wenn organische Ursachen ausgeschlossen sind. Wichtig ist dann zunächst, herauszufinden, ob und gegebenenfalls welche psychische Erkrankung vorliegt (ob z.B. eine Depression besteht oder lediglich die Schlafhygiene verbessert werden sollte). Je nach den zu Grunde liegenden psychischen Mechanismen kann dann z.B. mit Psychotherapie oder auch mit Medikamenten behandelt werden.

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Zwangsstörungen

Von einer Zwangsstörung wird dann gesprochen, wenn

  • wiederholt Zwangsgedanken, Zwangsbefürchtungen oder Zwangshandlungen auftreten und

  • diese so gravierend sind, dass sie erhebliches Leid verursachen, viel Zeit in Anspruch nehmen (mehr als 1h pro Tag), und

  • sie den normalen Tagesablauf, die berufliche Leistung oder die sozialen Aktivitäten stören.

Es gibt vier Haupterscheinungsformen:

  • Kontrollzwänge,

  • Kontaminationsängste mit Reinigungs- und Waschzwängen,

  • zwanghafte Langsamkeit sowie

  • Zustände, bei denen Zwangsgedanken oder Grübeleien im Vordergrund stehen.

Man kann bei allen vier Formen zwischen der „Angstseite“ und der „Abwehrseite“ unterscheiden. So können Befürchtungen auftreten, durch Unachtsamkeit sich selbst oder anderen Schaden zuzufügen (Kontrollzwänge), durch Berührung mit gefährlichen Stoffen kontaminiert zu werden (Waschzwänge) oder durch nicht ausreichend ordentliches Erledigen von alltäglichen Verrichtungen zu „verkommen“ (zwanghafte Langsamkeit). Schließlich kann die Sorge, durch eigene Gedanken Unheil zu verursachen, im Vordergrund stehen. Gegen diese zwanghaften Befürchtungen, die von erheblichen Ängsten oder Ekelgefühlen begleitet sein können, versucht der Kranke ein Abwehrverhalten einzusetzen, das ihm innerhalb seines Zwangssystems geeignet erscheint, um die drohenden Gefahren abzuwenden. Dieses zwanghafte Absicherungs- oder Neutralisierungsverhalten kann aus passiver (z.B. Nichtberühren von bestimmten Objekten) oder aus aktiver Vermeidung (z.B. Kontrollieren von Haushaltsgeräten oder zwanghaftem Händewaschen) bestehen. Weiter kann das Abwehrverhalten auf der Ebene des äußeren motorischen Verhaltens stattfinden oder aus kognitiven Reaktionen (wie „Gegengedanken“) bestehen.

Die Ausführung von Zwängen hat die – meist unbewusste – Funktion, Anspannung zu reduzieren und vermindert somit kurzfristig das Leiden unter problematischen Gefühlen. Jedoch verselbstständigen sich die Zwangshandlungen und -gedanken und der Betroffene kann immer weniger so handeln, wie er es eigentlich möchte.

Es wird heute geschätzt, dass 1-2% der Gesamtbevölkerung einer Zwangserkrankung betroffen sind.
In der Behandlung sollte eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Behandlung durchgeführt werden. Die tagesklinische Behandlung kann außerdem durch die verschiedenen Therapiebausteine helfen, andere Möglichkeiten kennen zu lernen, Anspannung zu reduzieren, mit Ängsten umzugehen und das Verhalten zu ändern.

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Psychosen/Schizophrenie

Bei einer Psychose kommt es zu deutlichen Veränderungen der Gefühle, im Denken und in der Wahrnehmung in der Umwelt. Die Symptome können recht unterschiedlich sein: Antriebsstörungen, Störungen der Motorik (z.B. Unruhe oder Bewegungsarmut), Konzentrationsstörungen, Wahnvorstellungen (Überzeugung von Dingen, die nicht der Realität entsprechen), Halluzinationen, Störungen des Affekts (z.B. deutlich ausgeprägte Stimmungsschwankungen), inhaltliche Denkstörungen (Fehlinterpretationen realer Sinneseindrücke), formale Denkstörungen (z.B. Denkverlangsamung, Umständliches Denken, Grübeln, zerfahrenes Denken).
In Bezug auf die Ursachen für Psychosen wird vermutet, dass verschiedene Faktoren (biologische und psychosoziale) bei dem einzelnen Betroffenen zusammenwirken.

Es sprechen viele Belege dafür, dass Stoffwechselstörungen im Gehirn von sog. Neurotransmittern (Botenstoffen) bei der Erkrankung eine Rolle spielen. Botenstoffe sind für die Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen zuständig. Bei Psychosen wird von einem Ungleichgewicht dieser Botenstoffe ausgegangen. Bei Personen mit einer diesbezüglichen Veranlagung zur Psychose kann es passieren, dass durch hinzukommende belastende Lebensabschnitte eine psychotische Krankheitsepisode ausgelöst wird.

In unserer Tagesklinik behandeln wir keine Personen, die akut an einer Psychose leiden, wir behandeln aber, wenn nach der akuten Psychose noch „Rest-Symptome“ vorhanden sind, z.B. Antriebsstörungen oder Rückzugssymptomatik (sog. Negativsymptomatik).
Dabei kombinieren wir Psychotherapie, medikamentöse Behandlung und körperlich aktivierende Maßnahmen (link zu Therapie/Sportangebote).

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Persönlichkeitsstörungen

Von Persönlichkeitsstörungen spricht man, wenn das Verhalten oder die Gefühle einer Person durch starke Ausprägungen so auffällig sind, dass sich hieraus ernsthafte Leidenszustände oder/und Konflikte mit anderen Menschen ergeben. Dabei handelt es sich typischerweise um Charakterzüge, die sich bereits in der Jugend gezeigt und dann dauerhaft angehalten haben.

Es werden heute meist drei Hauptgruppen unterschieden:

- Gruppe A (sonderbar/exzentrisch): Hierzu zählen paranoide (Neigung, Handlungen anderer als absichtlich erniedrigend/bedrohlich zu interpretieren), schizoide (Gleichgültigkeit gegenüber sozialen Beziehungen, eingeschränkte emotionale Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit) und schizotype Persönlichkeitsstörungen (seltsame Überzeugungen, Wahrnehmungen, Beziehungsideen, d.h. Betroffen haben den Eindruck, dass zufällige äußere Begebenheiten eine besondere Bedeutung speziell für sie haben).

- Gruppe B (dramatisch/emotional/launisch): Sie umfasst antisoziale (verantwortungs- und rücksichtsloses, aggressiv-reizbares Verhalten ohne Reue), Borderline- (affektive Instabilität/Identitätsstörungen/instabile soziale Beziehungen zwischen Idealisierung und Abwertung/Selbstverletzungsverhalten), histrionische (dramatisierende Emotionalität, leichte Erregbarkeit und übermäßiges Verlangen nach Aufmerksamkeit) und narzisstische Persönlichkeitsstörungen (grandioses Selbstbild, starke Kränkbarkeit, Empathiemangel).

- Gruppe C (ängstlich/furchtsam): Hierzu gehören vermeidend-selbstunsichere (soziales Unbehagen, Schüchternheit, Angst vor Negativbewertung), dependente (abhängig, unselbstständig, entscheidungsunfähig, Angst vor Verlassenwerden) und zwanghafte Persönlichkeitsstörungen (Perfektionismus, Rigidität, Unentschlossenheit).

Aufgrund von Studien rechnet man mit einer Häufigkeit von 5–15% in der Allgemeinbevölkerung.
Bei der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen ist Geduld angezeigt. Die Denk- und Verhaltensmuster haben sich über einen langen Zeitraum ausgebildet, insofern braucht auch deren Veränderung eine gewisse Zeit.

Hauptziele der Therapie sind die Entkräftung der bisherigen Muster und der Aufbau alternativer Sicht- und Verhaltensweisen. Dazu werden psychotherapeutische Verfahren und bei Bedarf auch Medikamente (z.B. gegen die oft vorhandenen depressiven und ängstlichen Gefühle) eingesetzt.

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Aufmerksamkeitsdefizits-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS/ADS)
Normalerweise verbindet man das ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom ) oder das ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) mit Kindern. Inzwischen weiß man aber, dass die damit verbundenen Probleme auch im Erwachsenenalter weiter anhalten können und ein Risiko für andere psychische Erkrankungen wie z.B. Depression darstellen. Man schätzt, dass bis zu 4,5% aller Erwachsenen an einem ADHS/ADS leiden.
Die 3 Kernsymptome sind Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität und Impulsivität. Typische Nebensymptome sind Desorganisation und emotionale Symptome (z. B. schnelle Stimmungswechsel, verminderte Belastbarkeit bei Stress). Durch diese Symptome gibt es häufig auch für Erwachsene Probleme, z.B. am Arbeitsplatz.
Die Behandlung sollte am besten eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten sein. Zuvor sollte eine sorgfältige Diagnostik durchgeführt werden.

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Begleitung bei körperlichen Erkrankungen (z.B. bei Schmerzen, Tumorerkrankungen)

Bei körperlichen Erkrankungen wie Krebs, Schlaganfall oder nach größeren Operationen können ebenfalls seelische Probleme auftreten, denn schwerwiegende körperliche Erkrankungen haben vielfältige negative Effekte auf alle Bereiche des Lebens (Partnerschaft, Familie, Freunde, Arbeit, Freizeit). Insofern ist es wenig verwunderlich, dass nicht selten psychische Diagnosen wie Depression oder Ängste infolge dieser Erkrankungen gestellt werden. In diesen Fällen bieten wir Unterstützung zur seelischen Bewältigung der Erkrankung an. Diese Unterstützung kann in Form von Gesprächen(Link Psychotherapie), gegebenenfalls aber auch die Verordnung von Medikamenten z.B. gegen Depression, bestehen.

Eine tagesklinische Behandlung kann helfen, etwas Abstand von negativ belasteten Alltag zu finden, wieder positive Seiten des Lebens zu entdecken und ermöglicht gleichzeitig aber, die Nacht im eigenen Bett zu verbringen, gegebenenfalls notwendige Termine bei anderen behandelnden Ärzten wahrzunehmen und den Kontakt zum sozialen Umfeld nicht zu verlieren.

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Rückfallprophylaxe bei affektiven Störungen und Psychosen
Zu den affektiven Störungen zählen Erkrankungen, bei denen die Hauptsymptome in einer Veränderung der Stimmung und des Antriebs bestehen –Depression, Manie, Hypomanie und bipolare Störungen. Bei diesen Erkrankungen ist der Krankheitsverlauf oftmals episodisch. Das heißt, depressive bzw. manische Phasen treten bei einem Patienten nicht nur einmal, sondern mehrfach auf. Das Rückfallrisiko ist somit bei manchen Krankheitsverläufen recht hoch. Ähnliches gilt für schizophrene Psychosen.

Deshalb bieten wir diesbezüglich eine Beratung an, wie das Rückfallrisiko reduziert werden kann, unter der Beachtung sowohl medikamentöser als auch psychotherapeutischer Gesichtspunkte und mit Beachtung des jeweiligen individuellen Krankheitsverlaufs.

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