Station 3 | Station 5
Abteilung für Suchttherapie
Qualifizierte Entzugs- und Motivationsbehandlung
Die qualifizierte Entzugsbehandlung dauert je nach Art der Abhängigkeit und abhängig vom Behandlungsziel in der Regel bis zu drei Wochen. Die Aufnahme erfolgt gewöhnlich zeitnah nach einem telefonisch vereinbarten persönlichen
Vorgespräch in unserer Ambulanz oder in
Absprache mit einer
kooperierenden Einrichtung, zum Beispiel einer Suchtberatungsstelle, dem Gesundheitsamt, einer betrieblichen Sozialberatung oder einem klinischen Sozialdienst.
Unsere Hauptzielgruppe sind alkohol- und/oder medikamentenabhängige Frauen und Männer. Die Entzugsbehandlung bei illegalem Drogenkonsum ist in der Regel nur möglich, wenn bereits eine Kostenzusage für eine direkt anschließende Entwöhnung vorliegt.
Unsere Behandlung verfolgt das Ziel:
- einer medizinisch adäquaten, suchtspezifischen Behandlung des Abhängigkeitssyndroms
- der Diagnostik und fachärztlich-internistischen Mitbehandlung körperlicher Folge- bzw. Begleiterkrankungen
- Informationen über Hilfeangebote zu vermitteln
- das Problemverständnis bezüglich des Suchtmittelkonsums zu erhöhen und
- Veränderungsmotivation und -kompetenz zu stärken
Sollten Entzugserscheinungen auftreten, werden sie mit Medikamenten behandelt. Ergänzend wird auch
Ohr-Akupunktur angeboten.
Das Zusammensein und der Austausch mit anderen Betroffenen auf der Station sind hilfreich, um die eigene Lage klarer zu sehen und neue Perspektiven zu entwickeln. Dabei unterstützt auch die Begleitung der
therapeutischen Gemeinschaft nach dem
Bezugspflegesystem.
Zentrales Element der Behandlung ist die Gruppentherapie. Die Patienten bestimmen dabei selbst, welche Themen sie besprechen wollen, z.B. den Zusammenhang von Suchtmittelgebrauch und Lebensstil, Zukunftsängste, den Umgang mit Alkohol nach der Entlassung, Verhalten nach einem Rückfall, mit sich und seinen Wünschen und Bedürfnissen wieder stärker in Kontakt kommen, berufliche und familiäre Probleme erkennen und ansprechen.
Die so genannten Kreativtherapien (
Bewegungs- und
Ergotherapie) geben Gelegenheit, Neues auszuprobieren, sich an gute Zeiten zu erinnern, anzuknüpfen und wieder Lebensfreude zu spüren. Unsere Patienten erhalten suchtspezifische
Informationsangebote, begegnen im Krankenhaus einer Selbsthilfegruppe und lernen vor Ort die Angebote einer Suchtberatungsstelle und einer Fachklinik kennen. Paar- und Familiengespräche ergänzen im Einzelfall das Therapieangebot.
Frauen benötigen oft ein besonderes Setting, um spezielle Themen ansprechen zu können. Dem wird durch eine Frauengesprächsgruppe und durch ein eigenes Bewegungsangebot Rechnung getragen
Wenn es angezeigt ist, kann aus der Entzugsbehandlung heraus der nahtlose Übergang in die stationäre oder ganztägig ambulante Entwöhnung im Haus Siloah nach dem
Schnellantragsverfahren beim zuständigen Leistungsträger erfolgen.