Spezielle Angebote - stationär
Behandlung von Angststörungen
Sie leiden an Angstzuständen, die für sie unvorhersehbar "wie aus heiterem Himmel" auftreten? Oder mit einer Reihe von Situationen zusammenhängen, wie Menschenmengen, großen Plätzen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Autofahren, Alleinsein? Sie erleben dabei ungewohnte und für Sie ängstigende körperliche Reaktionen wie Herzrasen, Schweißausbrüche, Zittern, Atembeschwerden, Brustschmerz, Schwindel, Angst umzufallen oder verrückt zu werden oder zu sterben?
Ihr Hausarzt, Psychiater oder Psychotherapeut hat vielleicht von Panikstörung, von Agoraphobie ("Platzangst") oder von beidem gesprochen? Oder, wenn ihre Angst vor allem mit der Anwesenheit von anderen Menschen und deren "kritischem Blick" zu tun hat, von "sozialer Phobie"? Oder es war von "generalisierter Angststörung" die Rede?
Sie haben vielleicht schon eine ambulante oder stationäre Psychotherapie oder Rehamaßnahme hinter sich mit mehr oder weniger Erfolg, aber ohne hinreichende und nachhaltige Besserung?
Vielleicht hat Ihr Therapeut oder Ihre Therapeutin Ihnen vorgeschlagen, "etwas Intensiveres" zu versuchen? Oder längere Arbeitsunfähigkeit bringt den Gedanken an eine Klinikbehandlung auf?
In unseren stationären und tagesklinischen Therapieangeboten sind "Angststörungen" eine der größten diagnostischen Gruppen. Sie finden also andere Betroffene, mit denen Sie im Rahmen Ihrer Therapiegruppe an Ihren Schwierigkeiten und Zielen arbeiten können. Zusätzlich bieten wir eine spezielle verhaltenstherapeutische Gruppe für Menschen mit den oben genannten Angststörungen an, in der Sie neben ausführlichen Informationen über Ihr Krankheitsbild Anleitung und Übungsmöglichkeiten bekommen, Ihre Angstzustände gedanklich und praktisch zu bewältigen.
H. Klein
Therapeutischer Leiter Psychosomatik
Telefon: (02102) 303-132
Stationäres Behandlungsangebot für Menschen mit emotional instabiler Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus nach dem Konzept der Dialektisch Behavioralen Therapie von Marsha Linehan.
Betroffene mit bereits diagnostizierter Borderline-Störung oder mit Verdacht auf eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus, können sich in unserer Spezialambulanz „Borderline“ vorstellen und einen Termin zum Vorgespräch für eine stationäre Behandlung vereinbaren.
Im Rahmen des Vorgesprächs wird zunächst die Notwendigkeit einer stationären Behandlung geprüft und bei Ausschluss einer manifesten Suchterkrankung (die über den Substanzmittelmissbrauch hinausgeht) und bei Ausschluss von akuter Suizidalität erfolgt die Aufnahme auf Station 9 (psychiatrisch-psychotherapeutische Station) oder in die Tagesklinik der psychiatrisch-psychotherapeutischen Abteilung.
Die Behandlungsdauer umfasst 9 Wochen. Es folgt zunächst eine einwöchige (Station 9) Probe- und Diagnostikphase. In diesem Rahmen erfolgt eine ausführliche Diagnostik, auch mittels etablierter, standardisierter Testverfahren sowohl der Borderline-Störung als auch weiterer psychischer Erkrankungen. Zusätzlich erhält der/die Betroffene viele Informationen über die Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten.
Nach Abschluss der Diagnostikphase erfolgt die gemeinsame Erarbeitung des Therapievertrages.
Die 8-wöchige Therapiephase orientiert sich an der Dialektisch-Behavioralen Therapie. So findet zweimal in der Woche eine Fertigkeitengruppe (Skillsgruppe) statt, zum Erlernen von Fertigkeiten zur Verbesserung der Stress- und Frustationstoleranz, zur Verbesserung zwischenmenschlicher Fertigkeiten und zur besseren Achtsamkeit für sich selbst. Begleitend erfolgen Einzelgespräche sowohl mit dem Bezugstherapeuten als auch mit der Bezugspflegekraft, um die erlernten Fertigkeiten in das Leben der Betroffenen zu integrieren und die Anwendung zu üben. Zusätzlich findet ein soziales Kompetenztraining im Sinne des Selbstsicherheitstrainings statt. Körpertherapeutische Verfahren, Sport, kunst- und musiktherapeutische Angebote kommen ebenfalls zur Anwendung. Nach Abschluss der stationären Behandlung ist eine Weiterbehandlung in der hiesigen Institutsambulanz (Borderline-Spezialambulanz), insbesondere die Teilnahme an unserer ambulanten Skillsgruppe möglich.
Kontakt
Dr. G. Tymister
Oberarzt Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie
Telefon: (02102) 303-121

Sie leiden an Magersucht (Anorexia nervosa)?
Sie führen kontinuierlich eine Gewichtsreduktion herbei, indem Sie rigoros fasten, exzessiven Sport treiben, erbrechen, Abführmittel oder andere Medikamente einnehmen? Trotz eines erheblich verminderten Körpergewichtes (BMI <18) erleben Sie sich dennoch als zu dick oder unförmig? Sie leiden an einer Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa)? Sie haben Normalgewicht, dabei große Angst, zu dick zu sein bzw. zu werden? Sie kennen Heißhungerattacken, in denen Sie große Mengen an Nahrungsmitteln zu sich nehmen, die Sie anschließend erbrechen, oder durch exzessiven Abführmittelgebrauch wieder entfernen? Nach solch einem Ess-Brechanfall fühlen Sie sich oft schuldig, oder als "VersagerIn" mit dem Gefühl des Kontrollverlustes?
Sie leiden an einer Essstörung, die zu erheblichem Übergewicht geführt hat?
Sie leiden unter den sozialen oder auch körperlichen Folgen, die häufig damit verbunden sind? Sie kennen Heißhungerattacken mit Essanfällen und dem begleitenden Gefühl des Kontrollverlustes? Sie haben schon mehrere Diäten gemacht, die jedoch nur kurzfristig, aber nicht langfristig zum Erfolg einer Gewichtsabnahme geführt haben?
Wir sind ein Behandlerteam, welches Ihnen im Rahmen eines mehrwöchigen stationären Aufenthaltes ein strukturiertes Essprogramm nach einem individuell angepassten Stufenplan anbietet. Dieser Plan soll Ihnen helfen, die notwendige Struktur Ihres Essverhaltens wieder aufzubauen und Sie in die Lage versetzen, zu einem geregelten, normalen Essverhalten zurückzukehren. Die Bedingungen dieses Essprogramms sind in einem speziellen Vertrag festgelegt, den wir mit Ihnen - nach ausführlicher Besprechung in Vorgesprächen - schließen.
Zudem behandeln wir auch das mit der Essstörung zusammenhängende veränderte Kontakt- und Kommunikationsverhalten sowie zugrunde liegende oder begleitende psychische Probleme.
Sie merken vielleicht, dass Sie zunehmend in Kontaktschwierigkeiten mit anderen, insbesondere nahestehenden Personen geraten? Sie ziehen sich vermehrt zurück und/oder geraten häufiger in Konflikte, z. B. mit Angehörigen, Freunden oder Arbeitskollegen? Ihr Gefühlsleben ist erheblich in Unordnung geraten, Sie fühlen sich depressiv oder gereizt?
Wir führen die Behandlung in einer Gruppe von 7-10 (meist) Frauen durch, die an einer der genannten Essstörung leiden. Unsere Therapieangebote bestehen aus tiefenpsychologisch orientierten Einzel- und Gruppengesprächen, einem diagnostischen Familiengespräch, Kunst- und Bewegungstherapie in der Gruppe, einer symptomorientierten Gruppe und Visite, Kochgruppen mit Vor- und Nachbesprechung, Pflegegesprächen, sozialer Beratung, stationsärztlicher Betreuung, einer stützenden Begleitung durch Pflegepersonal während der Mahlzeiten und anschließender Nachruhephase.
Kontakt
N. Becher-Dortschy
Leitende Ärztin (komm.) der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Telefon: (02102) 303-304

Sie leiden seit Monaten oder schon seit Jahren an chronischen Schmerzen, die sich nicht oder nur zum Teil auf körperliche Ursachen zurückführen lassen? Sie haben vielleicht eine wahre Odyssee der ärztlichen Untersuchungen und Behandlungsversuche hinter sich, meist ohne Ergebnis oder anhaltenden Erfolg? Sie leiden unter Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Schmerzen, die andere Körperbereiche betreffen?
Unsere Schmerzbewältigungsgruppe ist ein ergänzender Baustein unseres psychotherapeutischen Behandlungskonzeptes. In dieser störungsspezifischen Gruppe erhalten Sie Informationen über Schmerzverarbeitung und lernen Zusammenhänge mit inneren und äußeren Einflussfaktoren zu verstehen. Ziel der Gruppe ist es darüber hinaus, neue Wege im Umgang mit Schmerzen zu entwickeln und zu erfahren, dass diese sich aktiv beeinflussen lassen. Sie lernen, wie Entspannungs- und Imaginationsverfahren Ihnen Erleichterung verschaffen können.
Bei chronischen Schmerzen ist es oft nicht möglich, diese völlig auszuschalten. Sie können sich jedoch verringern und in ihrer Qualität verändern, so dass Sie schrittweise wieder ein ausgefüllteres Leben führen können.
Kontakt
N. Becher-Dortschy
Leitende Ärztin (komm.) der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Telefon: (02102) 303-304

Depression im Alter
Um der im wachsenden Maße wichtiger werdenden Psychotherapie mit älteren Menschen gerecht zu werden, hat das Fliedner Krankenhauses ein besonderes Angebot im offenen psychotherapeutischen Stationsbetrieb eingerichtet: So bieten wir auf unserer Station 7 für ca. 8 bis 10 Patienten in der Altersgruppe von ca. 60 – 75 Jahren eine störungsspezifische Alterspsychotherapie an. Dieses Angebot richtet sich an Patienten mit vorwiegenden affektiven Erkrankungsbildern; in der Regel depressiven und Angst-Erkrankungen. Eingebettet ist dieses störungsspezifische Programm in den Ablaufplan einer Psychotherapiestation. So befinden sie sich auch mit jüngeren Patienten im stationären Austausch und können im Rahmen von „generationsübergreifenden“ Angeboten auch heilsame Perspektivwechsel vornehmen.
Das störungsspezifische Angebot gliedert sich in drei therapeutische Angebote:
Sie nehmen teil an einer Gruppenbehandlung, die stärker lösungsorientiert verhaltenstherapeutisch aufgebaut ist. Um alltagstaugliche wirksame Fortschritte schon während des stationären Aufenthaltes beschreiten zu können, favorisieren wir ein aktivitätsaufbauendes Verfahren, das insbesondere die Möglichkeit bietet, über Selbstbeobachtungsaufgaben die Zusammenhänge zwischen Aktivität und Stimmung zu verdeutlichen. Schrittweise werden sinnvolle und zufriedene Aktivitäten wieder aufgebaut und die Tagesabläufe diesbezüglich abgestimmt, da Aufbau und Erhaltung befriedigender sozialer Kontakte von herausragender Wichtigkeit sind. Wir überprüfen gemeinsam Ihre so genannten Denkstile (z.B.: „Das kann ich nicht“, „das traue ich mir nicht zu“, „das war immer schon so gewesen“ usw.), um mutig und neugierig eine neue Akzentuierung einer zuvor negativen Sicht des Selbst, der Umwelt und der Zukunft zu erreichen. Wir bieten stationsumfassend verschiedene Aktivitäten an, ermutigen Sie eigeninitiativ gestaltend tätig zu werden, sei es in der Koch- und Back-Gruppe, sei es aber auch bei der Auswahl diverser Außenaktivitäten. Zusätzlich werden Sie mittels Stationsbeurlaubungen mit diversen „Hausaufgaben“ nach Hause entsandt, um sich „draußen im Leben wieder zu bewähren“.
Neben dem gruppentherapeutischen Angebot erhalten Sie ein Konzentrations- und Gedächtnistraining mit Vermittlung theoretischer Grundlagen der Hirnfunktion. Die Förderung der Konzentration ist spielerisch angelegt, wir bieten Übungen des Gehirntrainings (Gehirnjoggen) an, auch vermitteln wir Ihnen Übungen, die als Hausaufgaben zwischen den Sitzungen durchgeführt und erarbeitet werden können.
Als zusätzliches Therapieelement bieten wir Kunsttherapie in Einzelsitzungen mit Schwerpunkt Lebensrückschau mit den Themen wie Trauerarbeit, Umgang mit Verlust, Abschied und Neuanfang, neue Rollenfindung, Identitätskrise, Förderung von Kreativität auch im Sinne von Problemlösungsfähigkeiten an. Der therapeutisch begleitete Umgang mit Farben, Formen und Worten bieten zusätzlich Möglichkeit der Ausdrucksfindung und Neubewertung.
Begleitet werden Sie durch feste Ansprechpartner sowohl im therapeutischen Team als auch im Pflegeteam. So führen sie zusätzlich mit einem ärztlich oder psychologischen Therapeuten Einzelgespräch, zusätzlich werden Sie in die allgemeinen Gruppentherapien der Station 7 integriert, und nehmen zusätzlichen an therapeutischen Programmen wie Bewegungstherapie, aber auch Entspannungstraining teil.
Kontakt
Dr. S. Mühlhoff
Oberärztin
Telefon: (02102) 303-121
