Innovatives und beispielhaftes Bildungskonzept
Die Fliedner Werkstätten haben für ihr an den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung ausgerichtetes netzwerkorientiertes Berufsbildungskonzept „Übergang Schule-Beruf“ den Preis „exzellent:bildung“ erhalten.
Die von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen, Frankfurt am Main, nach 2006 zum zweiten Mal ausgelobte Auszeichnung wurde am 22. Februar 2007 auf der „Werkstätten:Messe“ in Nürnberg überreicht.
Die fachkundige Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Seyd, Universität Hamburg, lobte insbesondere die innovative Vernetzung unterschiedlicher Bildungssysteme, das differenzierte und individuell ausgerichtete Bildungsangebot und die Vielzahl der Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten bei unterschiedlichen Trägern für Menschen mit Behinderung. In ihrer Begründung erklärten die Juroren, dem prämierten Konzept komme „eine beispielgebende und übergeordnete Bedeutung zu“.
Individuelle Förderung für eine erfolgreiche berufliche Ausbildung
Das Bildungskonzept der Fliedner Werkstätten hat eine individuell ausgerichtete und qualifizierte berufliche Ausbildung von Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung zum Ziel. Gleichzeitig sollen die Chancen für eine berufliche Integration in den ersten Arbeitsmarkt verbessert werden. Kernstück ist eine integrierte berufliche Ausbildung in Förderschulen und dem Berufsbildungsbereich der Werkstatt von insgesamt fünf Jahren, die sich somit stärker als bisher an den individuellen Fähigkeiten und Vorkenntnissen des Einzelnen ausrichtet.
Integrierte Schul- und Ausbildungszeit
In der dreijährigen Schulphase an der Mülheimer Rembergschule mit dem Schwerpunkt auf geistige Entwicklung oder der Christy-Brown Schule, Duisburg, mit dem Fokus auf körperlicher und motorischer Entwicklung, werden Inhalte zu den Themen Mobilität, Arbeit, Wohnen, Freizeit und Partnerschaft vermittelt, die eine selbstbestimmte Lebensgestaltung erleichtern sollen. Außerdem können die Jugendlichen individuelle berufliche Neigungen entwickeln und Fähigkeitsprofile erarbeiten. Bei verschiedenen Praktika erhalten sie Einblicke in die Arbeitswelt. Finden diese in Unternehmen aus der Erwerbswirtschaft statt, werden sie von Oberstufenschülern des kooperierenden Gymnasiums Luisenschule begleitet.
Zu Beginn des anschließenden Berufsbildungsbereichs in den Fliedner Werkstätten können die dann bereits erkannten Neigungen und Fähigkeiten in der individuellen Ausbildung berücksichtigt werden. Dadurch ist eine gezielte und weitreichende Förderung möglich, unnötige Wiederholungen bei der Vermittlung von Qualifikationen werden vermieden.
Nach Ende der Ausbildung erhalten die Absolventen entweder einen Arbeitsplatz in den Werkstätten oder es wird versucht, sie auf Stellen des ersten Arbeitsmarktes (Integrationsprojekte) zu vermitteln. Hierbei wirken die Arbeitsagentur und der Integrationsfachdienst Regenbogen und Studenten des Studiengangs „Praktische Sozialarbeit“ der Universität Essen/Duisburg mit.
Die Fliedner Werkstätten
Insgesamt sind in den fünf Betriebsstätten der Fliedner Werkstätten in Mülheim/Ruhr rund 530 Menschen mit Behinderung, davon etwa 100 mit psychischer Behinderung, beschäftigt. Begleitet werden sie von 140 Mitarbeitern.
Kontakt
Fachbereich Berufliche Bildung
Daniel Möller (Fachleitung)
Telefon: (0208) 44 48–102
daniel.moeller@werkstaetten.fliedner.de
Weitere Informationen unter: www.werkstaetten.fliedner.de